Ein Bericht von Horst Mutzbauer, Karl Ströbele, ergänzt von Henry Majaura und Frank Waffen.

Rasseentstehung

Die Geburtsstunde der Deutsche Widder weiß Blauaugen liegt in die Zeit zwischen 1920 - 1930.

Zu den Erstzüchtern der Deutschen Widder weiß Blauaugen, gehörten unter anderem  Herr Randhahn aus Gorzke bei Magdeburg sowie Herr Kessler Dohna.

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass der Züchter Randhahn seit 1932 wiederholt auf den großen Ausstellungen weiße Widderkaninchen mit blauen Augen zeigte. Die Randhahnschen Tiere kamen dem Widdertyp bereits sehr nahe; leider hat man sie nach einigen Jahren nicht mehr gesehen.

Joppich schreibt im Buch das Kaninchen (3. Auflage 1967), dass in den letzen 15 - 20 Jahren keine Deutsche Widder weiß Blauaugen mehr auf Schauen gezeigt wurden und erst 1965 auf der Siegerschau in Dresden wieder als Neuzüchtung ausgestellt wurden.

Verpaarung

Der Deutsche Widder weiß Blauaugen wurden durch Kreuzung von Deutsche Widder mit weißen Wienern herausgezüchtet. (Ob weitere Züchtungsversuche laufen oder gelaufen sind, ist mir nicht bekannt, allerdings wurden um 1930 schon einmal Deutsche Widder weiß Blauaugen vorgestellt, die aber dann wieder von der Bildfläche verschwanden.). Die Farbe der für die Kreuzung eingesetzten Deutsche Widder ist vordergründig egal, entscheidend ist letztendlich deren Qualität. Eingesetzt wurden von verschiedenen Züchter Deutsche Widder weiß Rotaugen und Deutsche Widder grau (auf  genaue Definition des grauen Farbenschlags kann verzichtet werden).

Genetik

Wir setzen die Erbformel ABCDG für Deutsche Widder grau ein. Ebenso könnte die Erbformel a.... für die Farbe des Deutsche Widder weiß Rotaugen dort stehen. Um ein Erbschema aufbauen zu können muss dem ABCDG des grauen Tieres ein großes X angefügt werden.

Deutsche Widder grau x Wiener weiß
ABCDGX/ABCDGX x A....x/A....x

In der F1 fallen nur graue Tiere, die aber alle spalterbig für leuzistisch-weiß sind - ABCDGX/A....x.

Die F2 aus der Verpaarung der F1-Tiere untereinander spaltet dann farblich wieder auf. Es fallen theoretisch:

reinerbig graue Tiere graue Tiere, spalterbig leuzistisch-weiß reinerbig leuzistisch-weiße Tiere
ABCDG/ABCDG ABCDGX/A....x A....x/A....x
25 % 50 % 25 %

In der F2 erreichen die Tiere je nach Größe und Gewicht der Ausgangstiere ein Gewicht von 5 - 5,5 kg. Die Ohrenlänge (von Behang kann man noch nicht sprechen) beträgt waagrecht über Kopf gemessen 30 - 35 cm.

Die weißen, blauäugigen Tiere aus der F2 werden dann wieder mit einem Deutsche Widder grau (bzw. Deutsche Widder weiß Rotaugen) gekreuzt - das Spiel beginnt von vorn - es entsteht dann sozusagen die 2. F1.

Außerdem besteht die Möglichkeit graue, spalterbig leuzistisch - weiße Tiere z.B. aus der 2. oder 3. F1 mit inzwischen vorhandenen reinerbigen weißen Blauaugen zu paaren, hier fallen dann theoretisch 50 % weiße Tiere, wodurch die Selektionsmöglichkeiten verdoppelt werden.

Je nach Ausgangsmaterial und Zuchtgröße kann man dann nach 8 - 10 Generationen Tiere erwarten, die man bezüglich Typ, Größe, Gewicht und Behang als Deutsche Widder weiß Blauaugen bezeichnen kann, wobei hier immer wieder noch Tiere mit kurzem oder schwebendem Behang und Gewichtsprobleme auftreten.

Davon ausgehend, dass die Tiere jeweils mit einem Alter von 6 Monaten zur Weiterzucht eingesetzt werden können waren also 5 - 6 Jahre Geduld und Ausdauer erforderlich bis die ersten ausstellungsfähigen Tiere zur Verfügung standen.

Weiße Widder mit blauen Augen haben den Vorzug, dass sie wohl ein reinweißes Fell besitzen, nicht aber mit der Albino-Depression behaftet sind.

Fachmännische Betrachtung

Weiße  mit blauen Augen (A...x/A...x) tauchen hin und wieder auf, um dann wieder zu verschwinden. Leider gab es in den letzten 40 Jahren, in denen einzelne Züchter versuchten, diesen Farbenschlag neu zu beleben, keine kontinuierliche Zuchtarbeit über einen längeren Zeitraum, welche auch landesweite Bedeutung und einen entsprechenden Bekanntheitsgrad erreicht hätte. Es ist auch tatsächlich eine recht schwieriges Unterfangen, die Farbe der weißen Wiener, die sich durch relativ kurze, fest strukturierte und straff aufrecht getragene Ohren auszeichnen, auf den Widdertyp zu übertragen. Erschwerend kommt das um 1,5 Kg geringere Normalgewicht hinzu. So waren bisher alle Versuche, diesen Farbenn -schlag zu erzüchten, nur von kurzer Dauer. Um langfristig erfolgreich zu sein, wäre eine solche Zuchtbasis erforderlich, wie sie sich momentan bei den Deutschen Kleinwiddern anbahnt.  Von den  Verhältnissen, wie sie  sich  inzwischen  bei  den gleichfarbiges  Zwergwiddern eingestellt haben, wird man bei den deutschen Widdern, weiß BlA, wohl immer nur träumen können. Umso mehr sollten wir diesen Farbenschlag, der anlässlich der letzten beiden Bundesschauen wieder mit recht ansprechenden Ergebnissen gezeigt wurde, respektieren und seine Züchter auf ihrem schwierigen Zuchtweg stärken.

Historie des Widderkaninchen

Die Herkunft des Widderkaninchens ist umstritten.

Die ältere und die neuere Literatur über das französische Widderkaninchen sind sehr spärlich.

Rassebeschreibung

Siehe: ZDRK - Standard von 2004 und Europa - Standard 2012

Bericht von Horst Mutzbauer, Karl Ströbele, Frank Waffen und das Deutsche Widderkaninchen, erschienen bei Örtel & Spörer, Reutlingen Buch das Kaninchen (3. Auflage 1967) und Auszug aus "Der Kleintier-Züchter" Nr.2/2003 bericht von Henry Majaura. Das Bildmaterial stellte uns freundlicherweise Horst Mutzbauer, Karl Ströbele und Nicole Storjohann zur Verfügung.

Wir danken dien Zuchtfreunden Horst Mutzbauer, Karl Ströbele, Henry Majaura, Frank Waffen, Nicole Storjohann und Wolfgang Jensen für ihre Mitarbeit.

Für Ergänzungen oder weitere Hinweise sind wir sehr dankbar

Das Copyright für diesen Bericht liegt bei den einzelnen Züchtern bzw. dem Buchautor und der Arbeitsgemeinschaft der Widderzüchter. Das der Bilder bei den jeweiligen Züchtern.

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