Ein Bericht von Henry Majaura.

Erbformel

Hasengraue

ABCDG/ABCDG

Fachmännische Betrachtung

Hasengrau ist im Ganzen etwas heller als Wildgrau. Es wirkt gelblicher, hervorgerufen durch die breite, leuchtend hindurchscheinende rostbraune Zwischenfarbe. Die Schattierung ist aufgelockert und flockiger als bei wildgrauen Tieren. Hasengraue zeigen in der Regel neben der helleren Brust und ebensolchen Läufen auch hellere Seiten und Flanken. Die Einlagerung gelb (roter) Pigmente im oberen Drittel des Deckhaares und der Grannen ist hier wesentlich spärlicher, was einen insgesamt fahleren Farbeindruck vermittelt. besonders hartnäckig können hier helle oder gar weiße Binden oder Bindenansätze werden. Die Wildfarbigkeitsabzeichen, einschließlich der Bauchdeckfarbe und Innenseite der Läufe, sind weiß. Entsprechend ist in der Zucht Obacht zu geben.

 

Hasengrau ist verbreitet, jedoch nicht so häufig wie Wildgrau anzutreffen. Viele Zwischenformen Tendieren zwar hierher. Allerdings fehlt diesen dann in der Regel die ausgesprochen breite Zwischenfarbe. Problematisch ist oftmals auch die Behaarung hasengrauer Widder. Hier finden wir häufiger Tiere mit recht langem, schwach strukturiertem haar, was mit einer matten, etwas ganzlosen Deckfarbe einhergeht.

 

Hasengrau kann als eine kleine Mutationsstufe des Wildgrau in Richtung Pigmentverarmung (nicht: -verdünnung) angesehen werden. Nachtsheim1 hält hierfür keine wissenschaftliche Erklärung parat. Er verweist hier vielmehr auf die Wirkung vieler Modifikationsgene, die "Mutationen der kleinen Schritte" hervorrufen können und so die Grundlage des Züchtens reiner grauer Farben bilden können. Hochstrasser2 erklärt mit der Neuaufstellung des Locus E für Variationen der Schwarzpigmentierung Hasengrau als ersten Mutationsschritt in Richtung Pigmentverlust mit mit einem rezessiven Gen e1, da hier weniger schwarzen Pigment eingelagert wird als bei Wildgrau und Wildgrau dominant über hasengrau ist. Zwischenstufen erklären sich als intermediäre Vorgänge bei gleichzeitigem Vorkommen eng benachbarter Mutationsstufen z.B. E1/E, E/e, e/e1, e1/e2 usw. Dem ist  durchaus zu folgen! Immerhin haben wir es im wildfarbenen Kaninchenhaar mit zwei Sorten Pigment zu tun. Entsprechend sollte es neben dem bereits von Nachtsheim beschrieben Locus Y für die Gelbverstärkung auch einen Locus für die Schwarzverstärkung geben. Und das im Gegensatz zu Nachtsheims Feststellung nicht im Locus B erfolgen kann, begründet sich daraus, dass ein und dasselbe Gen nicht zwei verschiedene Farbwirkungen am selben Haar hervorruft. 

 

Die Zwischenfarbe ist aber auf das Unterhaar begrenzt und bildet dessen oberste Haarzone (vgl. Contes4), die die Haarspitze bereits erfasst und somit nach oben nicht mehr breiter werden kann. Entsprechend gehr ihre Verbreiterung mit einem Verlust an Breite der Unterfarbe einher, die am etwas kürzer behaarten Bereich des Bauches zwischen Nabel und Brust ganz schnell einmal zum völligen Verschwinden der Unterfarbe führen kann.

Nun ist guter Rat teuer. Das Zulassen einer pigmentlosen Bauchunterfarbe im Bereich zwischen Bauchnabel und Brust wäre der totale Bruch mit einer über ein Jahrhundert Lehre. Es ist kaum vorstellbar, dass im Moment daran etwas zu ändern wäre und Hasengrau eindeutig mit der Erbformel ABCDGe1w/ABCDGe1w definiert werden wird - als klare Abgrenzung zum Wildgrau. Zugeständnisse bei der Bauchunterfarbe sollten ggf. dahingehend dennoch gemacht werden mit der Formulierung, dass die Unterfarbe am Bauch noch vorhanden sein soll, was am etwas längeren Haar der Deutschen Widder  züchterisch  durchaus  machbar  sein sollte. Keinesfalls kann die Unterfarbe hasengrau Tiere 2/3 der Haarlänge einnehmen. Diese wird am Rücken bestenfalls die  Hälfte und am  Bauch oberhalb des Nabels maximal 1/3 der Haarlände aufweisen.

Der Schwarzverlustfaktor e (oder e1 oder e2) kommt in der offiziellen Lehre zwar nicht vor. Dennoch sollte seine Wirkung auf den Prüfstand. Ansonsten werden wir, da die Gene sowohl im Locus Y als auch im Locus E intermediäre  wirken, es weiterhin mit allen möglichen Zwischenstufen zu tun haben, die sich nur scher voneinander trennen lassen.

Historie des Widderkaninchen

Die Herkunft des Widderkaninchens ist umstritten.

Die ältere und die neuere Literatur über das französische Widderkaninchen sind sehr spärlich.

Rassebeschreibung

Siehe: ZDRK - Standard von 2004 und Europa - Standard 2012

Auszug aus "Der Kleintier-Züchter" Nr.2/2003 Bericht von Henry Majaura. Das Bildmaterial stellte die AG der Widderzüchter zur Verfügung.

Wir danken Henry Majaura und Wolfgang Jensen für ihre Mitarbeit.

Für Ergänzungen oder weitere Hinweise sind wir sehr dankbar

Das Copyright für diesen Bericht liegt bei dem Züchter Henry Majaura bzw. der Arbeitsgemeinschaft der Widderzüchter.

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