Ein Bericht von Henry Majaura.

Erbformeln

wildgrau-weiß ABCDGK/ABCDGk
schwarz-weiße ABCDgK/ABCDgk
blau-weiß ABCdgK/ABCdgk
blaugrau-weiß AABBCC/ddGGKk
havannafarbig-weiß ABcDgK/ABcDgk
thüringerfarbig-weiß AbCDgK/AbCDgk
rot-weiß AbCDGyK/AbCDGyk
gelb-weiß AbCDGK/AbCDGk
feh-weiß ABcdgK/ABcdgk
chin-weiß achiBCDGK/achiBCDGk
   

Fachmännische Betrachtung

Gescheckte Widder (z. B. Grau-Weiß: ABCDGK/ABDGk) haben in Deutschland eine sehr lange Tradition. Sie gehören bereits Ende des 19. Jahrhunderts zu den am meisten gezüchteten Farbenschlägen und wurden in Grau-, Gelb- und Schwarz-Weiß allenthalben angeboten. Während die gescheckten Englischen Widder immer im Vorteil eines eindeutigen Zuchtzieles der Zeichnung lebten, wusste man bei den gescheckten Deutschen Widdern lange Zeit nicht so recht, wohin.

Zur Wende des 20. Jahrhundert wurden sie Joppichs Ausführungen zufolge (GuK, Ausgabe D, 1965) in der Mantel- Zeichnung gezüchtet. Später gab es mit dem Auftreten der klassischen Schecken mehr und mehr Irritationen. Entsprechend gab Bungartz um 1920 hierzu folgende Einschätzung:" Die einfarbigen Tiere sind leichter zu züchten und für die Fellgewinnung geeigneter als die gescheckten, da bei diesen die Flecken auf bestimmte teile begrenzt sind, wie Ohren. Schnauze, Augenumrandung und hintere Körperpartie, ohne aber die schöne korrekte Zeichnungsfigur englischer und deutscher Riesenschecken zu erreichen." Man hatte sich also geistig mehr und mehr dem Ideal der  klassischen Schecken genähert. Zulässig  war aber auch  die  die Mantelzeichnung.  Schwere  Zeichnungsfehler,  wie z. B.  ein  weiß  unterbrochener Schmetterling,  wurden  toleriert. Es  war eine  Zucht  ohne  Anreize, ohne Orientierung. Das führte beinahe zu einem Totaleinbruch in der Zucht gescheckter Deutscher Widder und nur ganz wenige Züchter befassten sich mit ihnen. 1960 inserierte z. B. der Züchter Kurt Bauer aus Eilenburg in "der Kleintierzüchter" und pries einige Deutsche Widder, gescheckt, mit schönem Schmetterling und Aalstrich an. Mit Erscheinen des Deutschen Einheitsstandard 1961  schloss man sich jedoch dem internationalen Zuchtziel der Mantelzeichnung an, und auch die Begrenzung auf nur drei Artenschläge, nämlich Grau-, Schwarz- und Blau-Weiß wurden zum Wohle der Rasse aufgehoben. Schweizerische Importtiere  führten dann  in  Deutschland  zum endgültigen Durchbruch in der Mantelzeichnung und  bereits zu  Beginn der F 70er - Jahre des letzten Jahrhunderts erreichten die Schecken einen ersten Höchststand. Inzwischen werden sie eigentlich in allen oben genannten Farben gezüchtet, wobei die Grau-, Thüringerfarbig- und Schwarz-weiß dominieren. Aber auch in Blau-, geld- und Rot-Weiß sind sie vereinzelt, aber doch regelmäßig zu sehen und der braun-weiße (havannafarbig-weiße) deutsche Widder gab vor einigen Jahren sein Debüt. Fehfarbig-weiße wurden bereits angekündigt.

Die Zucht der gescheckten Widder bereitet heute kaum mehr Probleme als die der grauen und Weißen. Ich habe sie als ausgesprochen frohwüchsig und leistungsfähig kennen gelernt und die Häsinnen, deren gewicht in der Regel zwischen 6,5 und 7,5 Kg lag, zogen mühelos auch größerer Würfe mir 10 und mehr Jungtieren auf. Typseitig haben die Schecken das Niveau der Grauen längst erreicht.

Wenn es Probleme mit der Rasse gibt, dann sind es immer wieder solche mit dem Standard, wo es in den letzten Jahren unverständliche Turbulenzen gab. Auch heute ist längst nicht alles "rund". Einiges orientiert sich leider nicht am längst erreichten Zuchtstand, anderseits wurden schweren Fehlern jetzt endlich leichte Fehler vorangestellt, die eine Abstufung vom ideal erlauben. Darüber wurde jedoch bereits an anderer Stelle ausführlich berichtet. 

Historie des Widderkaninchen

Die Herkunft des Widderkaninchens ist umstritten.

Die ältere und die neuere Literatur über das französische Widderkaninchen sind sehr spärlich.

Rassebeschreibungen

Siehe: ZDRK - Standard von 2004 und Europa - Standard 2012

"Der Kleintier-Züchter" Nr.2/2003 bericht von Henry Majaura. Das Bildmaterial stellten uns freundlicherweise  Karl Neumaier, Selin Maisch und die AG der Widderzüchter zur Verfügung.

Wir danken den Zuchtfreunden Henry Majaura, Karl Neumaier, Selin Maisch und Wolfgang Jensen für ihre Mitarbeit.

Für Ergänzungen oder weitere Hinweise sind wir sehr dankbar

Das Copyright für diesen Bericht liegt bei Henry Majaura bzw. bei der Arbeitsgemeinschaft der Widderzüchter. Das der Bilder bei den jeweiligen Eigentümern.

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