Ein Bericht von Henry Majaura.

Erbformel

Eisengraue ABeCDG/ABeCDG reinerbig/normal
ABeCDG/ABCDG spalterbig/normal
ABeeCDG/ABeeCDG reinerbig/dunkel
ABeeCDG/ABCDG spalterbig/dunkel

Fachmännische Betrachtung

Eisengrau ist eine ganz dunkle Variante der grauen Farbe. Es wird geprägt durch reichlich schwarz gespitzte Grannen, die am ganzen Körper eine tief dunkle Schattierung hervorrufen. Der Keil im Genick ist nur noch angedeutet. Die kurz behaarten Stellen am Kopf erscheinen beinahe schwarz. Die Ohren sind breit schwarz gerändert. Die Bauchdeckfarbe, die Innenseite der Läufe wie auch die übrigen Wildfarbigkeitsabzeichen sind ebenfalls dunkel gefärbt. Die Oberseite der Blume ist schwarz. Die Zwischenfarbe ist nur noch angedeutet; teilweise fehlt sie bereits. Die Unterfarbe erfasst bei nahe die gesamte Länge des Unterhaares und ist sattblau. Eisengrau wird intermediär vererbt. Der Erbgang, seit Nachtsheim mit der gebräuchlichen Erbformel ABeCDG/ABCDG belegt, bietet seinen Anhängern eine sichere Anleitung für die Zucht. Entsprechend sehen wir eisengraue Deutsche Widder zwar nicht häufig, aber auf Großschauen zumindest regelmäßiger als dunkelgraue. 

Gleichmäßig gefärbte eisengraue Widder bestechen durch ihre majestätische Erscheinung. Der blockige, Typ wird von der Deckfarbe trefflich unterstützt. Durch den Einsatz von Schwärzlingen, die in der Zucht anfallen und mit wildgrau Tieren verpaart werden, können sich komplette Würfe mit einer sehr oder weniger gleichmäßig eisengrauen Deckfarbe gezogen werden. Eisengrau ist die graue Farbe für den Liebhaber. Nach Hochstrassers Hypothesen wäre ihre Farbvererbung z.B. mit der Formel ABCDGE/ABCDGE4 zu beschreiben. 

Die Farbenbeschreibung der grauen Kaninchenfarben gehen zurück auf Starke/Wischer und wurden dann von Joppich in seinem Standardwerk zur Rassekaninchenzucht übernommen und ausführlich erweitert. Joppich war es auch, Der den deutschen Einheitsstandard von 1961 in hohem Maße textlich prägte5.

Inzwischen werden seine Formulierungen 45 Jahre alt und laufen Gefahr, abermals kritiklos in die nächste Standardausgabe übernommen zu werden. Berücksichtigen wir, dass die Genetik der Kaninchenfarben nicht unbedingt die allerletzte Stärke des Altmeisters war, ansonsten hätte er sich den stahlgrauen Farbenschlag und die ausführlichen Erläuterungen über die Schwierigkeiten bei der Zucht rein vererbender eisen- und stahlgrauer Deutscher Widder verkniffen, dann ist das eine zu lange Zeit. Sie ist insbesondere auch deshalb zu lang, weil spätestens seit Fox im Jahre 19746 international weiterführende Erkenntnisse zur Verfügung stehen, die nicht zu letzt durch Hochstrassers Arbeiten komplettiert, vervollkommnet und abgerundet wurden.  

Die Anlagen für Eisengrau überlagern, wenn sie reinerbig Be/Be (nach Hochstrasser E4/E4 auftreten, die am Phänotyp vom Wildfarbigkeitsfaktor G/G normalerweise bewirkte Zonierung der Haare und die Wildfarbigkeitsabzeichen. dennoch handelt es sich um wildfarbige Tiere. Die Behauptung, ihre Herkunft und Farbvererbung wäre an einzelnen grau gespitzten Grannenhaaren der Tiere zu erkennen, ist genau falsch, sooft wie wiederholt  wird. Richtig ist, dass schwarze Deutsche Widder mit einzelnen versprengten wildfarbig zonierten  Haarspitzen reinerbig eisengraue Genotypen sind, Unzulässig ist allerdings der Umkehrschluss. Nicht jeder glänzend rein schwarze Deutsche Widder ist (genetisch betrachtet) einfarbig. In meiner eigenen Zucht erlebte ich mehrmals Überraschungen, wenn nach der  Verpaarung  zweier  schwarzer  Tiere  urplötzlich  grau melierte Jungtiere, offensichtlich mit der Genkombination BeG/Bg (nach HochstrasserGE4/gE1 die Nester verließen und keine noch so intensive Suche an den Elterntieren auch nur ein einziges Haar hervorbrachte.

Im Standard der ehemaligen DDR waren schwarz erscheinende Deutsche Widder ausdrücklich anerkannt. Heute, da sich unser Standard von aller Wissenschaftlichkeit ohnehin fernhält, werden sie nicht ausdrücklich ausgeschlossen. Das hätte auch keinen Sinn. Irgendwann weiß jeder Züchter, mit welchen Tieren er züchtet und stellt seine Zucht darauf ein. Problematisch sind immer Neuzukäufe, wenn der Genotyp nicht passt. Schwarz sind die Tiere nur bei den Genotypen ABCDg/ABCDg oder ABeCDG/ABeCDG. Leider lässt letztere Formel aber keine Erklärung zu, warum hin und wieder doch melierte Tiere auftreten. Diese Erscheinung wird verständlicher, wenn wir uns den intermediären Erbgang der multiplen Allele des Locus E verinhaltlichen.  Einfarbig flachschwarz sind die Tiere z.B. bei der Genkombination E3/E3 oder E4/E4. Zu Mischfarben kommt es bei Vermischung verschiedenartiger elterlicher Gene an einem Tier, z.B. bei der Kombination zweier eng benachbarter Eisengrauen- Typen (E3/E4 genauso wie bei der Verpaarung von Schwarz mit Eisengrau, deren Gene in der E- Reihe normalerweise recht weit auseinander liegen (E1/E4 oder e1/E4).

Historie des Widderkaninchen

Die Herkunft des Widderkaninchens ist umstritten.

Die ältere und die neuere Literatur über das französische Widderkaninchen sind sehr spärlich.

Rassebeschreibung

Siehe: ZDRK - Standard von 2004 und Europa - Standard 2012

Auszug aus "Der Kleintier-Züchter" Nr.2/2003 Bericht von Henry Majaura. Das Bildmaterial stellte die AG der Widderzüchter zur Verfügung.

Wir danken Henry Majaura und Wolfgang Jensen für ihre Mitarbeit.

Für Ergänzungen oder weitere Hinweise sind wir sehr dankbar

Das Copyright für diesen Bericht liegt bei dem Züchter Henry Majaura bzw. der Arbeitsgemeinschaft der Widderzüchter.

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