Ein Bericht von Horst Mutzbauer und Karl Ströbele.

Erbformel

AABBCC/ddGGKk

Entstehung

Die Deutschen Widder blaugrau-weiß entstanden durch Kreuzung von Deutschen Widdern grau-weiß mit Deutschen Widdern blau. In der F1 fielen entsprechend der mendelschen Lehre nur grauweiße und graue Tiere. Aus dieser F1 wurden dann mehrere Paarungen von jeweils phänotypisch grau-weißen Tieren gemacht, wo dann unter vielen anderen – siehe Erbschema - auch die gewünschten blaugrau-weißen Tiere fielen.

Schwierigkeiten

Das Hauptproblem in der Zucht besteht im Moment noch in der schwachen Zwischenfarbe und teilweise sehr hellen Unterfarbe. Etwas leichter dürfte eine nötige Verbesserung in der Kopfbildung zu erreichen sein. In allen anderen Positionen ist bereits ein guter Durchschnitt vorhanden, wie es eben die Nachzucht aus wildgrau-weißen und blauen Deutschen Widdern erwarten lässt.

Überzeugend

ist vor Allem das edel und elegant wirkende Farbspiel der Deckfarbe mit den Wildfarbigkeitsabzeichen und dem rötlichen Nackenkeil in Verbindung mit der Mantelscheckung – eine sehr ansehnliche Kombination, die hoffentlich noch viele Zuchtfreunde ansprechen wird.

Beschreibung der Scheckung siehe Bericht „Widder gescheckt“

Beschreibung der Farbe blaugrau aus ZDRK-Standard 2004, Blaugraue Wiener

Fachmännische Betrachtung

Bewertungsposition 5 - Deckfarbe und Gleichmäßigkeit:

Die Deckfarbe ist blaugrau (blauwildfarbig) in den Abtönungen hell, mittel und dunkel, wobei der mittleren Tönung der Vorzug zu geben ist. Die Bauchdeckfarbe und die Unterseite der Blume sind weiß bis hell cremefarbig. Die Schattierung der Decke wird hervorgerufen durch blaugespitzte Haare, die bündelweise beisammenstehen; sie soll am ganzen Körper verteilt sein und an den Seiten weit nach unten reichen. Die Brust, die Flanken und die Läufe dürfen etwas heller sein, sollen aber möglichst mit der Deckfarbe am Rücken übereinstimmen. Die Augenringe, die Kinnbackeneinfassung und die Innenseite der Läufe sind gräulichweiß bis cremefarbig. Die Ohren sind blau umrandet. Der kleine Genickteil ist nicht scharf abgegrenzt und bräunlich. Die Blumenoberseite ist dunkel und kräftig gesprenkelt. Die Augen sind  blaugrau, die Krallen hornfarbig.

Leichte Fehler:

Ungleichmäßige Schattierung der Decke, schwach gesprenkelte Blumenoberseite. Schmaler Ohrenrand; durch Ein- oder Ausläufer unsauber abgegrenzter Ohrenrand; leichte Durchsetzung des Ohrenrands mit andersfarbigen Haaren. Etwas großer oder andersfarbiger Genickkeil. Leicht weiße Durchsetzung der Deckfarbe; hellere Brust, Flanken und / oder Läufe; helle Bindenansätze.

Schwere Fehler:

Zu dunkle oder zu helle Deckfarbe; stark weiß durchsetzte Deckfarbe. Völliges Fehlen der Sprenkelung auf der Blumenoberseite. Stark weiß durchsetzter Ohrenrand oder sichtbarer weißer Büschel oder Fleck im Ohrenrand. Fehlende Schattierung. Reinweiße Binden oder Zehen. Andere als die geforderte Augenfarbe, zweierlei oder pigmentlose Krallen.

Bewertungsposition 6 - Zwischenfarbe und Unterfarbe:

An den farbigen Körperteilen befindet sich eine 5-8 mm breite, zur Unterfarbe gut abgegrenzte braune bis bräunlichrote Zwischenfarbe, die fließend in die Deckfarbe übergeht. Die Unterfarbe ist am ganzen Körper, einschließlich des Bauches graublau und umfasst etwa die Hälfte bis 2/3 der Haarlänge. Die Unterfarbe an der Blumenunterseite bleibt unberücksichtigt.

Leichte Fehler:

Schwache, verschwommene oder etwas aufgehellte Zwischenfarbe; etwas schmale oder breite Zwischenfarbe. Leicht weiß durchsetzte Zwischen- und / oder Unterfarbe.Bauchunterfarbe nur im Brust- und Schoßbereich.

Schwere Fehler:

Stark farblich unreine oder stark weiß durchsetzte Zwischen- oder Unterfarbe. Zu breite Zwischenfarbe, wenn sie mehr als 10 mm beträgt. Gänzliches Fehlen der Zwischenfarbe und / oder Unterfarbe. Am Haarboden rein weiß abgesetzte Unterfarbe. Gänzliches Fehlen der blaugrauen Bauchunterfarbe.

Züchtung Deutsche Widder blaugrau-weiß

    DGK DGk DgK Dgk dGK dGk dgK dgk
DGK DDGGKK DDGGKk  DDGgKK  DDGgKk DdGGKK DdGGKk DdGgKK DdGgKk
  1 2 3 4 5 6 7 8
DGk DDGGKk DDGGkk  DDGgKK  DDGgkk DdGGKk DdGGkk DdGgKk DdGgkk
  9 10 11 12 13 14 15 16
DgK DDGgKK DDGgKk  DDggKK  DDggKk DdGgKK DdGgKk DdggKK DdggKk
  17 18 19 20 21 22 23 24
Eizellen Dgk DDGgKk DDGgkk  DDggKk  DDggkk DdGgKk DdGgkk DdggKk Ddggkk
  25 26 27 28 29 30 31 32
dGK DdGGKK DdGGKk  DdGgKK  DdGgKk ddGGKK ddGGKk ddGgKK ddGgKk
  33 34 35 36 37 38 39 40
dGk DdGGKk DdGGkk  DdGgKk  DdGgkk ddGGKk ddGGkk ddGgKk ddGgkk
  41 42 43 44 45 46 47 48
dgK DdGgKK DdGgKk  DdggKK  DdggKk ddGgKK ddGgKk ddggKK ddggKk
  49 50 51 52 53 54 55 56
dgk DdGgKk DdGgkk DdggKk Ddggkk ddGgKk ddGgkk ddggKk ddggkk
  57 58 59 60 61 62 63 64
ddGGKk
ddGGkk
ddGgkk
ddGgKk

 Nr. 38 und 45 sind blaugrau-weiß (reinerbig bezüglich Farbe)

 

 Nr. 46 ist reinerbig blaugrau

 Nr. 48 und 62 sind blaugrau-spalterbig

 Nr. 40, 47, 54, 61 sind blaugrau-spalterbig-weiß

Welche Tiere reinerbig für die Farbe blaugrau sind kann durch Verpaarung mit einem schwarzen Tier herausgefunden werden.

Werden aus dieser Paarung schwarze Nachkommen geboren, dann ist das getestete Kaninchen spalterbig.

Werden jedoch nur graue, bzw. grau - weiße Tiere geboren, dann ist das getestete blaugraue / blaugrau-weiße Tier höchstwahrscheinlich reinerbig bezüglich der Farbe blaugrau.

 

Das vorliegende Erbschema erhebt nicht den Anspruch perfekt zu sein und würde vermutlich durch einen gelernten Genetiker anders aufgebaut werden.

Historie des Widderkaninchen

Die Herkunft des Widderkaninchens ist umstritten.

Die ältere und die neuere Literatur über das französische Widderkaninchen sind sehr spärlich.

Rassebeschreibung

Siehe: ZDRK - Standard von 2004 und Europa - Standard 2012

Bericht von Horst Mutzbauer und Karl Ströbele. Das Bildmaterial stellte uns freundlicherweise Horst Mutzbauer zur Verfügung

Wir danken Zuchtfreund Horst Mutzbauer, Karl Ströbele und Wolfgang Jensen für ihre Mitarbeit

Für Ergänzungen oder weitere Hinweise sind wir sehr dankbar

Das Copyright für diesen Bericht liegt bei den Züchtern Horst Mutzbauer und Karl Ströbele bzw. der Arbeitsgemeinschaft der Widderzüchter.

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