Ein Bericht von Henry Majaura und Karl Ströbele.

Verpaarung

Der Deutsche Widder blaugrau wurde durch Farbenkreuzung Deutsche Widder grau und Deutsche Widder blau herausgezüchtet. Die Erbformel für die Fellfarbe lautet:

blauwildfarbig

ABCdG/ABCdG
   

Genetik

In der F1- Generation fallen nur graue Tiere, die aber alle spalterbig sind. Im nächsten Schritt werden Geschwister aus der F1- Generation miteinander verpaart. Daraus fallen dann in der F2 theoretisch aus 16 Jungtieren unter anderem 2 Tiere blaugrau, jedoch spalterbig für blau und 1 Tier blaugrau reinerbig.

Eltern

Grau reinerbig

x

Blau reinerbig
ABCDG/ABCDG ABCdg/ABCdg

Nachkommen F1

1.0 Grau 1.0 Grau  0.1 Grau 0.1 Grau
spalterbig spalterbig spalterbig spalterbig
ABCDG/ABCdg ABCDG/ABCdg ABCDG/ABCdg ABCDG/ABCdg

Geschwisterpaarung(en) aus F1

1.0 Grau x 0.1 Grau
spalterbig spalterbig
ABCDG/ABCdg ABCDG/ABCdg

Nachkommen F2

Theoretischer Anteil blaugrau bei 16 Jungtieren

2 Tiere spalterbig blaugrau Tier reinerbig blaugrau
ABCdG/ABCdg ABCdG/ABCdG
 

Welches Tier reinerbig ist kann und sollte durch Paarung z. B. mit einem schwarzen Tier festgestellt werden. Werden aus dieser Paarung schwarze Nachkommen geboren, dann ist das getestete Kaninchen spalterbig. Werden jedoch nur graue Tiere geboren, dann ist  das getestete blaugraue Tier höchstwahrscheinlich ein reinerbiger Deutscher Widder blaugrau.

Um sicher zu sein, dass man mit reinerbigen Tieren weiterzüchtet, sollte dieser test unbedingt gemacht werden.

Falls  die Reinerbigkeit  der Fellfarbe  nicht geprüft wird, müssen bei eventuellem Verkäufen oder Weitergabe von Tieren an Mitzüchter diese auf die möglicherweise vorhandene Spalterbigkeit der Tiere hingewiesen werden.

Fachmännische Betrachtung

Blaugraue, (blauwildfarbige) Widder (ABCdG / ABCdG) gehören wohl zu den apartesten Farbenschlägen überhaupt, die aber  leider kaum bei  Ausstellungen zu bewundern sind. In  meiner Leipziger Studentenzeit und auch einige Jahre danach hatte ich regelmäßigen Kontakt zu Zuchtfreunden der SZG Gruppe Eilenburg, wo ich verschiedentlich auf diesen herrlichen Farbenschlag traf. Da es inzwischen blaue Deutsche Widder gibt, wäre eine Neukombination mit Hilfe gut behaarter wildgrauer Tiere sicherlich möglich. Wichtig für die Farbwirkung ist eine relativ kurze, besonders dichte Behaarung. Lange, dünne und weiche Haare lassen die Deckfarbe verwaschen und leblos wirken. Hasengraue Tiere sollten nicht eingekreuzt werden, da die etwas fahlere Farbe zu einer weiteren Verblassung führt. Eher sollte vom Gegenteil Gebrauch gemacht werden, also Tiere mit einer gleichmäßig kräftig schwarz gespitzten Begrannung zum Einsatz kommen lassen, die innerhalb der Schwarzverstärkerreihe bei E2, ggf. sogar bei E3 liegen. Dabei ist auf  die Zwischenfarbe zu achten, die nicht verschwinden darf und deren leuchtend schimmerndes Farbenspiel an den Übergangsbereichen von der Deckfarbe zu den Wildfarbigkeitsabzeichen den Tieren ein ausgesprochen apartes Aussehen verleiht.

Historie des Widderkaninchen

Die Herkunft des Widderkaninchens ist umstritten.

Die ältere und die neuere Literatur über das französische Widderkaninchen sind sehr spärlich.

Rassebeschreibung

Siehe: ZDRK - Standard von 2004 und Europa - Standard 2012

Auszug aus "Der Kleintier-Züchter" Nr.2/2003 Bericht von Henry Majaura sowie von Karl Ströbele. Das Bildmaterial stellte uns freundlicherweise Karl Ströbele und die AG Widderzüchter zur Verfügung.

Wir danken Zuchtfreund Henry Majaura, Karl Ströbele und Wolfgang Jensen für ihre Mitarbeit

Für Ergänzungen oder weitere Hinweise sind wir sehr dankbar

Das Copyright für diesen Bericht liegt bei dem Züchter Henry Majaura, Karl Ströbele bzw. der Arbeitsgemeinschaft der Widderzüchter.

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