Ein Bericht von Renate Roth, 8051 Zürich

Chamberlains Lord Tim, Mini-Cashmere-Lop, black-fox

Foto: © Renate Roth

Aus dem BRC Standard, Kurzfassung, übersetzt so gut meine Kenntnisse reichen.

1.

Typ und Kondition                  

30

2. Kopf, Ohren und Krone           

30

3. Fell

30

4. Farbe

10

  Totale Punkte

100

     

Typ:

Kühn, untersetzt und standhaft. Der Körper soll kurz sein, breit und gut bemuskelt. Hals kurz und sichtbar. Der gut bemuskelte Rumpf ist kurz und schön gerundet. Die Brust breit und tief. Schultern breit und stark. Die Vorderbeine sind stark und gerade. Hinterbeine kurz, stark, kräftig und parallel zum Körper verlaufend. Der Rücken soll gerade, stark und gut angelegt sein. Eine kleine Wamme ist erlaubt, aber nicht wünschenswert.

 

Sooty-Fawn-broken

Foto: © Renate Roth

  1. Gewicht: Höchstgewicht. 1,6 kg

  2. Fell: Dicht, Deckhaar länger als Unterwolle. 3,81 bis 5,08 cm lang. Es darf nicht wollig, matt oder filzig sein. Soll natürlich fallen. Die Gleichmäßigkeit des Haarkleides ist wichtiger als die Länge. Ebenso wird ein pflegleichtes, seidiges Fell gewünscht.

  3. Kopf, Krone und Augen: Der Kopf ist kühn, breit und gut entwickelt. Das Profil des Kopfes ist stark gebogen mit guter Breite zwischen den Augen. Volle Wangen und breites Maul. Die Augen sind kühn, leuchtend und groß.

  4. Ohren: gerade, stark und gut geformt. Am unteren Ende abgerundet. Das innere des Ohres darf nach aussehen nicht sichtbar sein.

  5. Farben: alle Farben von anerkannten Rassen

Der Cashmere-Lop unterscheidet sich lediglich durch das höhere Gewicht vom Mini-Cashmere-Lop. Mindestgewicht 1,81 kg, Höchstgewicht 2,373 kg, Idealgewicht 2,1 kg

Chinchillafarbener Rammler

Foto: © Renate Roth

Rasse:

Cashmere-Widder sind eine in England anerkannte Rasse; dort werden sie in zwei Gruppen eingeteilt:

- Cashmere-Lops (bis 2,3 kg)
- Mini-Cashmere- Lops (bis 1,6 kg) 

Die kurzhaarige "Verwandtschaft" der Cashies sind die Mini Lops.

Die am besten durch gezüchteten Tiere in England sind die white RE(albinos). Diese kommen auch fast in allen Linien vor.  Da es dort nicht üblich ist, farbrein zu züchten, können sie ihrer „Farbliebe“   nachgehen, und tun es auch. Die englischen Cashiezüchter sind nun seit mehr als 15 Jahren dabei die Mini-Cashies heraus zu züchten. Mit relativ großem Erfolg. Auch in Europa haben die Cashies ihre Fans gefunden.

 

Man begann Cashmere-Lops (2300gr.) mit Mini-Lops zu kreuzen. Daraus erhielt man Cashmereträgertiere. Die kleineren, kurzhaarigen Verwandten setzte man ein  um die Cashis dauerhaft " klein" hinzubekommen (der erste "Mini" wurde im September 1992 öffentlich vorgestellt. Im Jahr 2000 wurden die Mini-Cashmere-Lops in den Standard aufgenommen.

 

Orange-Havanna -Sallander Schecke

 

Foto: © Renate Roth

 

Fell und Pflege

Eines der Merkmale, in das ich mich auf Anhieb verliebt habe ist natürlich ihr langes, seidiges Fell. Also: dichte, seidige Unterwolle, die von ca. 1 cm längeren, kräftigen Grannen überdeckt sind. Kopf, Ohren und Läufe sind kürzer (normal) behaart. Bei den Jungtieren ist einiges an Pflege notwendig.  Vor allem wenn das Babyfell wechselt kann es vorkommen, dass sich kleine Filzknoten bilden, die sorgfältig ausgekämmt werden müssen. Je nach Linie ist dies mehr oder weniger schlimm. Ab einem Alter von 6-7 Monaten reicht gelegentliches bürsten aus. Problemzonen können an der Blume und bei manchen Tieren Hals/Brust entstehen und bedarf etwas mehr Aufmerksamkeit beim Kämmen. Auf keinen Fall sollte ein Cashie geschoren werden. Man zerstört dadurch den Unterschied zwischen Grannenhaar und Unterwolle, indem man alles auf eine Länge bringt und leistet dem Verfilzen künstlich Vorschub.

Bei normalhaarigen Tieren fällt das Babyfell ohne unser Zutun aus. Beim Cashie muss man den Tieren helfen dieses Babyfell komplett loszuwerden. Oft zeigen sie sich dann „Wattebauschähnlich“. Ebenso sollte man Tiere im Fellwechsel öfters kämmen.

Luxfarbig

Foto: © Renate Roth

Dieses Bild zeigt ein komplett verfilztes Tier, dass seit Monaten nie gekämmt wurde. Die sichtbaren Filzplatten an der Hinterhand können nur noch durch Abscheren entfernt werden.

 

Foto: © Renate Roth

Zucht, Aufzucht und Vererbung

Cashies mit englischer Herkunft sind meist auch noch spalterbig auf das Gewicht. Klein x Klein gibt also auch beim Cashie nicht zwingend klein. Ich lege keinen so großen Wert auf das Gewicht. Typ und Fell haben bei mir eindeutig Vorrang.

Tiere die zum verfilzen neigen sollten aus der Zucht ausgeschlossen werden. Nur mit wirklich pflegeleichten Tieren züchten. Im laufe der Jahre habe ich große Unterschiede in Fell und Körperbau bei den Cashmere Zwergwiddern festgestellt.

In Fellqualität und Körperform an den englischen Standard ranzukommen ist schwer zu realisieren. Da der Behang der Cashmere-Lops relativ kurz ist, sollte man darauf achten wie die Tiere verpaart werden um Behangproblemen vorzubeugen. Mini-Cashmere-Lops sollte man nur mit kurzhaarigen Tieren verpaaren, keinesfalls sollten andere langhaarige Kaninchen eingekreuzt werden, da das Fell sonst massiv an Qualität verliert. Eine Verpaarung mit Trägertieren oder Kurzhaartieren kann durchaus sinnvoll sein um dem eigenen Zuchtziel näher zu kommen.

Blau-Loh Otter

Foto: © Renate Roth

Jungtiere waren stets  frohwüchsig und ich habe keinen Unterschied zu kurzhaarigen Tieren festgestellt.  Die Säugeleistung der Häsinnen war gut. Die Wurfstärke lag zwischen 2 und 5 Jungtieren (nicht nur reine Cashie Verpaarungen). Jungtierverluste so gut wie keine.

Fütterung

Meine Tiere bekommen am Morgen frisches Trinkwasser mit Apfelessig versetzt, an heißen Tagen auch abends. Dazu Heu, Stroh und Kraftfutter. Das Kraftfutter mische ich mit verschiedenen Kräutern aus unserem Garten.

Abends verfüttere ich Saftfutter. Von Löwenzahn, Gras über Salat, Gemüse, frische Kräuter etc. Natürlich bekommen die Tiere auch genügend Beschäftigungsmaterial in Form von Zweigen.

Jungtiere bekommen ein spezielles Futter sobald sie selbstständig Futter aufnehmen. Auch fressen sie beim Muttertier Grünzeug mit. Anfangs reduziere ich den Anteil an Grünfutter bei der Häsin, damit die Jungen sich nicht überfressen. Ich steigere dann langsam. Ich habe mit diesem „Futterplan“ keine schlechten Erfahrungen gemacht. Meine Cashies sind robust und gesund.

 

Weissgrannenfarbig-Fehfarbig-Sallander

Foto: © Renate Roth

Haltung

Meine Tiere leben draußen in überdachten Gehegen über das ganze Jahr. Zu lange Haare an den Füssen kürze ich regelmäßig, damit diese bei nassem Wetter nicht verfilzen an der Fußsohle.

Will man Cashies ganz im freien halten, so muss man das Fell häufiger pflegen, denn wie bei allen langhaarigen Tieren bleiben Dreck, Erde, Blätter etc. im Fell hängen und durch Nässe neigt es dann eher zum verfilzen. Ansonsten ist eine Außenhaltung der Tiere ohne Probleme möglich.
Meine Gehege sind mit Rindenmulch oder Schnitzeln eingestreut. In den Ställen hat es Sägespäne oder Hanfstroh und Stroh.

Bei Außenhaltung würde man die zu langen Haare kürzen.
Foto: © Renate Roth
Krankheiten

Der Cashmere-Zwergwidder ist äußerst robust und unempfindlich. Gesundheitlich Probleme konnte ich keine verzeichnen.

 

 Chinchilla, 3 Monate altes Jungtier im Fellwechsel

Foto: © Renate Roth

Charakter

Die Cashies haben einen ruhigen, gutmütigen Charakter. Aggressive Tiere kamen bis dato nicht vor. Gegenüber ihren kurzhaarigen Artgenossen den Mini-Lops, sind sie auch in Gruppen besser zu Händeln. Häsin und Rammler sind beide sehr ausgeglichen. Ihr Wesen ist offen und zutraulich.

 

 

Weiß RA im Alter von 3 Wochen
Foto: © Renate Roth
   
Black-Fox im Alter von 2,5 Wochen Schwarz BlA, Jungtier im Alter von 6 Wochen
Foto: © Renate Roth Foto: © Renate Roth
 

Weiß BLA im Alter von 5 Wochen

Foto: © Renate Roth

Auf den Fotos sind Nachzuchten der Chamberlain Linien zu sehen.

Rassebeschreibung Englischer BRC Standard

Quelle: Englischer Standard

Wir danken Renate Roth und Wolfgang Jensen für ihre Mitarbeit.

Für Ergänzungen oder weitere Hinweise sind wir sehr dankbar

Das Copyright für diesen Bericht und Bilder liegt bei der Züchterin Renate Roth, 8051 Zürich www.zwergwiddervonderglatt.ch bzw. der Arbeitgemeinschaft der Widderzüchter.

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