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Bekämpfung von Darmerkrankungen bei unseren Kaninchen - Enterocolitis

Vortrag von Theodor Ulpts – Ostrauderfehn in Esterwegen 2008

Mein Freund, Helmuth Hinrichs, hatte mich gebeten, mit einem Vortrag die Versammlung heute ein wenig zu bereichern. Wissenswertes und evtl. neue Erkenntnisse über die Enterocolitis sollten zuerst ein Thema sein. Die grauen Farbenschläge unserer Widder, die auch heute oftmals den Preisrichtern noch etwas Kopfzerbrechen bereiten, können, wenn die Zeit reicht, noch ein weiteres Thema sein.

Aber zuerst möchte ich mich einmal vorstellen, wenn ich auch den meisten von Euch vielleicht schon bekannt bin.

Mein Name ist Theodor Ulpts, und ich habe als echter Ostfriese so um die 45 Jahre in meiner Heimat, und zwar in Aurich, Kaninchen gezüchtet. Es waren immer die Deutschen Widder in den grauen Farbenschlägen aber auch grau – weiß gescheckte Tiere waren zeitweise dabei. Im Jahre 2003 musste ich meine Zucht aufgeben. Meine Frau war pflegebedürftig geworden, und wir sind in das südliche Ostfriesland nach Ostrhauderfehn, Kreis Leer, in ein betreutes Wohnen gezogen. Hier war eine Tierhaltung nicht möglich. In unserer Organisation war ich als Schriftführer, Zuchtbuchführer und viele Jahre als Vereinsvorsitzender tätig. Ich habe im Laufe der Zeit im Landesverband Weser-Ems die Herdbuchabteilung als Abteilungsleiter übernommen und ausgebaut. Danach wurde ich Ehrenvorsitzender dieser Abteilung. Zur Zeit bin ich noch im Vorstand des ZDRK – Herdbuchs als Schriftführer aktiv. Clubzüchter in unserem Widderclub Weser – Ems bin ich seit 1972. So, meine lieben Freunde, das also zu meiner Person, und wir kommen nun zu unserem 1. Thema :

Darmerkrankungen bei unseren Kaninchen

Ich habe in der Vergangenheit schon viel über Darmerkrankungen bei unseren Kaninchen vorgetragen und geschrieben. Mein letzter umfangreicher Vortrag ist in unserer Lehr- und Informationsschrift des ZDRK 2007 abgedruckt. Ich habe mich darüber sehr gefreut, denn es zeigt ja auch, dass der ZDRK von meinem aufgezeichneten Weg überzeugt ist. Ich kann nur empfehlen, den Bericht eingehend zu studieren und alle Clubzüchter darüber zu informieren. Es dürfte ja keine Schwierigkeit bereiten, den Bericht zu kopieren und an die Clubzüchter zu verteilen, denn nur so kann auch mein heutiger Vortrag richtig verstanden werden. Übrigens ist mein Bericht 2007 jetzt auch im Internet nachzulesen.

Es wäre für mich ja einfach, meinen Bericht in der Lehr- und Informationsschrift heute hier noch einmal vorzutragen. Ich denke aber, das wäre ein bisschen dünn, und deshalb habe ich vor, heute die wichtigsten Passagen noch einmal mehr zu verdeutlichen und andere Dinge hier fehlen zu lassen. Seht also bitte meinen heutigen Vortrag als Ergänzung zu meinem Bericht in der Lehr- und Informationszeitschrift.

Heute nun möchte ich zuerst einmal die Kokzidiose ansprechen, denn die Kokzidiose ist nicht mit der sogenannten Enterocolitis identisch. Das kam in meinem vorgenannten Bericht nicht so zum Ausdruck. Die Kokzidiose hat uns schon so lange ich gezüchtet habe immer Probleme bereitet. Fast ausschließlich Jungtiere wurden davon betroffen. Ganze Würfe wurden dahingerafft. Wir stellen also fest, auch damals schon, als noch keine Pellets auf dem Markt waren, gab es schon diese Darmerkrankung. Gefüttert wurde, was der Garten hergab. Im Winter also Kohl, Rüben, Möhren und Ähnliches und im Sommer viel Grünes. Als Kraftfutter wurde Getreide und Brot gegeben. Nicht so viel, denn es war teuer. Heu wurde natürlich auch gefüttert. Ob das Heu aber immer von bester Qualität war, bleibt dahingestellt. Das für unsere Kaninchen ideale Heu habe ich in meinem Bericht von 2007 sehr genau beschrieben. Wie wichtig eine ausgewogene Kost mit vielen Ballaststoffen für unsere Kaninchen ist, war oft gar nicht so genau bekannt. Die Kokzidiose zeigt sich in der Regel immer durch schleimartigen Durchfall, Heute nun hört man nicht selten in Züchterkreisen, man solle doch zu der früheren Fütterungsweise zurück kehren. Ich denke aber, das ist auch nicht der richtige Weg. Die Uhr zurückzudrehen bringt in der Regel nichts. Für die Bekämpfung der Kokzidiose stehen uns heute sehr gute Medikamente zur Verfügung. Wo sie jedoch auftritt, liegen fast immer Fütterungsfehler vor. Futterumstellung ist angesagt!

Im Zusammenhang mit der Enterocolitis werde ich noch darauf zurück kommen. Als dann die Pellets auf den Markt kamen, hatten wir bei unseren Tieren sehr bald bessere Gewichtszunahmen, bessere Körperformen und auch bessere Felle. Und weil wir nun Hobbyzüchter sind und die Zucht ja auch als Sport betreiben und somit die Ausstellungserfolge suchen, waren wir von dem Industriefutter sehr angetan. Alles war gut, wäre uns nicht eines Tages die Enterocolitis dazwischen gekommen. Wo lagen hier die Ursachen. Was war geschehen?

Als der Gesetzgeber die Antibiotika aus dem Industriefutter verbannte, kam es zu der seuchenhaften Erkrankung unserer Tiere. Angefangen hat das Ganze in den Mastbetrieben. Eigentlich selbstverständlich. Hier sollen ja die Tiere in möglichst kurzer Zeit das gewünschte Schlachtgewicht erreichen, und das ist nur möglich mit einem energiereichen und somit schwer verdaulichen Industriefutter. Aber jeder Züchter sollte sich darüber im Klaren sein, wo die Enterocolitis auftritt, sind Fütterungsfehler zu verzeichnen. In der Regel fehlen ausreichend Ballaststoffe, dagegen wird zu viel Kraftfutter gegeben, vor allem bei der Jungtieraufzucht. Wir dürfen nicht vergessen: unsere Hauskaninchen stammen alle von den Wildkaninchen ab, und die Gene der Wildkaninchen sind dafür verantwortlich, dass diese Tiere sich nicht überfressen. So wird das Wildkaninchen sich niemals den Bauch z.B. mit Klee vollschlagen. Nein, es ist immer auf der Suche nach bestimmten Pflanzen, und gerne versucht es auch, an die Wurzeln von Pflanzen zu gelangen. So ist immer gesichert, dass die Tiere reichlich Ballaststoffe aufnehmen. Ein Beispiel dazu. Ich war vor 2 Jahren im Winter 4 Wochen auf der Insel Norderney. Mein Fenster war auf den Strand und die Dünen gerichtet. In dieser sehr kargen Landschaft gab es viel Sand und nur sehr wenig fressbares, abgestorbenes Seegras, vertrocknete Wildrosen und vielleicht noch einige kahle Büsche.

Ich war erstaunt, wie wohl sich hier die Wildkaninchen fühlten. Sie schlugen Haken, sprangen hoch, so , wie wir uns ein gesundes Hauskaninchen vorstellen. Von einer Überfütterung konnte hier wahrlich nicht die Rede sein. Auch den Kot habe ich von der Optik her als einwandfrei empfunden. Durchfallerscheinungen habe ich nicht festgestellt. Nach diesen Untersuchungen gehe ich davon aus, dass Darmerkrankungen bei Wildkaninchen äußerst selten sind, eben aufgrund der ballaststoffreichen Futteraufnahme. Unser Hauskaninchen dagegen muss mit dem zufrieden sein, was wir ihm vorsetzen bzw. alles in ihn hineinstopfen. Wir sollten uns darüber Gedanken machen. Ich denke, hier gibt es noch viel zu tun. Ein anderes Beispiel, welches uns wichtige Erkenntnisse bringt: Junge Wildkaninchen, die im Alter von 2 – 3 Wochen kurzzeitig den Bau verlassen, versuchen jetzt zusätzlich zu der Muttermilch feste Nahrung aufzunehmen. Wegen der großen Gefahr aber, die überall auf sie lauert, halten sie sich anfangs immer in der Nähe des Baues auf, evtl. nur in einem Umkreis von 5 Metern. So können sie nur wenig Nahrung aufnehmen.Dieses Umfeld wird sich natürlich immer weiter vergrößern, dagegen ist die Muttermilch bald versiegt, und von einem Überfressen kann auch jetzt nicht die Rede sein. Im Gegenteil, die Tiere sind nach unserer Vorstellung etwasunterernährt. Die Erbanlagen, die Gene also, ermöglichen es jedoch, dass die in den vielleicht ersten 2-3 Lebensmonaten etwas untergewichtigen Tiere ihr Gewicht bald wieder aufholen. Sie haben also auf Dauer keinen Schaden genommen. Auch dieses von mir geschilderte Beispiel sollten wir bei der Fütterung unserer Hauskaninchen unbedingt beachten. Bei allen Darmerkrankungen sind Fütterungsfehler festzustellen. Eine saubere Stallanlage ist für die Gesunderhaltung unserer Tiere auch erforderlich, das ist selbstverständlich. Eine Stalldesinfektion ist in Abständen grundsätzlich auch notwendig und zwar nicht nur wegen der Darmerkrankungen. Eine Desinfektion der Stallanlagen aber von 1-2 mal die Woche, wie in einigen Berichten empfohlen, ist m.E. übertrieben und für den praktischen Kaninchenzüchter nur schwer durchzuführen, wenn man einmal den Zeitaufwand beachtet. Hinzu kommt, dass auf diese Prozedur gerne verzichtet werden kann, denn die verantwortlichen Erreger kann man so auch nur schwer ausschalten. Die Tiere werden mit den Erregern immer wieder in Berührung kommen, das ist gar nicht zu verhindern, sei es durch den Kontakt von Tier zu Tier, aber auch von Mensch zu Tier, und sie sind in der Lage, sich in kürzester Zeit enorm zu vermehren, wenn die Voraussetzungen also der richtige Nährboden vorhanden ist.

Nein, die Tiere müssen durch richtige Fütterung aber auch aufgrund ihrer Erbanlagen so widerstandfähig sein, dass die Darmkrankheiten keine Chancen haben. Die Bedeutung der Fütterung habe ich angesprochen. Nun wäre da noch die Widerstandskraft, also das Immunsystem unserer Tiere anzusprechen. Auch das ist in meinem Bericht in der Lehrschrift 2007 abgedruckt, deshalb hier nur eine kurze Zusammenfassung. Haben die Elterntiere ein schwaches Immunsystem, zeigten sich deshalb bei diesen Tieren evtl. sogar schon Darmerkrankungen, dann kann es auch mit der Nachzucht nicht weit her sein. Solche Tiere sollten nicht zur Zucht eingesetzt werden. Auch wenn es schwer fällt, in solchen Fällen ist es oftmals besser, die ganze Linie von der Zucht auszuschließen. Sehr behilflich für die Überprüfung der Erbfestigkeit unserer Tiere sind Aufzeichnungen im Zuchtbuch. Wie dieses Zuchtbuch aussieht, bleibt jedem Züchter freigestellt. Wichtig ist nur, dass der Wert der Zuchttiere und ihrer Vorfahren zu jeder Zeit überprüft werden kann, und damit ist nicht die Bewertung durch den Preisrichter gemeint.

Meine lieben Freunde, als Züchter bedienen wir uns gerne der Verwandtschaftszucht. Ohne Inzucht können wir keine Linie aufbauen. Nur mit der Verwandtschaftszucht können wir bestimmte wertvolle Vorfahren wiederholt in mehreren Generationen einsetzen und so die Erbanlagen dieser Tiere fördern. Aber Vorsicht, mit dem erhöhten Grad der Inzucht steigt auch die Gefahr der Immunschwäche, und damit verbunden besteht auch die Möglichkeit von Inzuchtdepressionen, d.h. die Tiere bleiben kleiner, sie erreichen das Vollgewicht nicht mehr, die Wurfstärke lässt zu wünschen übrig, körperliche Missbildungen treten auf, um nur einige Möglichkeiten zu nennen. Ohne Verwandtschaftszucht bleibt dagegen alles ein Glücksspiel, weil wir die Erbanlagen fremder Tiere nicht kennen und nicht wissen, ob sie zu unserem Zuchtstamm passen. Das ist es, was eindeutig für die Verwandtschaftszucht spricht. Aber wer unkontrolliert Inzucht betreibt, also diesbezüglich die Übersicht in seiner Zucht verliert und somit die Grenzen überschreitet, die die Natur uns vorgegeben hat, muss sich nicht wundern, wenn er Schiffbruch erleidet . Ich sage es noch einmal, Aufzeichnungen über die Vorfahren der Zuchttiere sind von ganz besonderer Bedeutung, nur so können wir die  immunschwachen Tiere erkennen und dementsprechende Maßnahmen ergreifen. Ich will noch an einem Beispiel zeigen, wie gefährlich eine übertrieben enge Inzucht sein kann: Die Nachzucht von 2 blutsfremden Tieren trägt 50% der Anlagen des Vatertieres und 50% des Muttertieres in sich. Ich denke, das ist für jeden Züchter verständlich. Wenn ich nun z.B. diese Nachzucht auf das Vatertier zurückkreuze, dann trägt diese Nachzucht schon 75% der Anlagen des Vatertieres in sich. Bei einer nochmaligen Rückkreuzung dieser Nachzucht auf das väterliche Ausgangstier wären es theoretisch sogar 87,5% der Anlagen des Vatertieres.

Wir sehen also, dass durch diese übertriebene enge Inzucht die Anlagen des einen Ausgangstieres enorm ansteigen, was dazu führen kann, das rezessive , also überdeckte negative Anlagen dieses Tieres dominant und damit sichtbar werden. Bei diesen negativen Anlagen kann es sich durchaus um die damit geförderte Immunschwäche handeln. Eine enge Inzucht dieser Art ist für die Kaninchenzucht nicht geeignet.

Die Wiederherstellung des bei unseren Tieren in der Vergangenheit so stark lädierten Immunsystems ist eine schwierige und langfristige Aufgabe. Aber immer wieder müssen wir die erkennbaren immunschwachen Tiere aus unserer Zucht aussondern. Als Ergebnis meiner Ausführungen möchte ich sagen: Bei einer konsequenten Futterreduzierung, Futterumstellung auf energiearmes Futter bei der Jungtieraufzucht, wobei auch kein sogenanntes >Starterfutter< zur freien Aufnahme zur Verfügung steht, wie so gerne empfohlen wird, und konsequente Auslese der immunschwachen Tiere werden sich bald wesentliche Erfolge bei der Vermeidung von Darmerkrankungen einstellen, und die Verwendung von teurer Medizin kann so erheblich reduziert werden.

In meinem Bericht in unser Lehr- und Informationszeitschrift habe ich dann noch einen Fütterungsplan angeboten, den möchte ich auch hier noch einmal in kurzer Form wiederholen.

Doppelboxen für die Jungtieraufzucht sind bei dieser Empfehlung sehr von Vorteil. Bevor wir die Häsinnen belegen lassen, wird eine Kokzidiosekur durchgeführt, bewährt hat sich hier besonders das Mittel B A Y C O X von den Bayer-Werken. Man erhält es über den Tierarzt. Außer Kokzidien sollen damit auch die für die Enterocolitis mitverantwortlichen Clostridien bekämpft werden. Außerdem wird das Trinkwasser mit Apfelessig angereichert und zwar bis zu ½ Liter auf 10 Liter Wasser. Wenn sich die Tiere an dieser hohen Konzentration gewöhnt haben, nehmen sie es sehr gerne. Die eingesetzten Zuchttiere sollten aus Linien gewählt werden, wo die Enterocolitis möglichst gar nicht aufgetreten ist. Sobald die Jungtiere im Alter so um die 3 Wochen das Nest verlassen, beginnen sie zu fressen. Jetzt muss Vorsorge getroffen werden, und zwar sollte der Futternapf der Häsin so hoch angebracht werden, dass er für die Jungtiere nicht zu erreichen ist. Sehr gutes Heu, wie von mir in meinem Bericht von 2007 beschrieben und Wasser, hochdosiert mit Apfelessig, steht den Jungtieren immer zur freien Aufnahme zur Verfügung. Sonst wird den Jungtieren kein weiteres zusätzliches Futter gereicht.

In einem Alter von 25 – 28 Tagen erhalten die Jungtiere 2x am Tag Quetschgerste und evtl. etwas Quetschhafer.

Kein Weizen, kein Mais, kein Brot. Sie werden während der Futteraufnahme, die höchstens eine halbe Stunde dauern sollte, von der Mutter getrennt. Eine Doppelbox mit verschließbarer Luke ist hier also sehr zum Nutzen. Die Quetschgerste sollte mittels eines Siebes entstaubt, bzw. leicht angefeuchtet werden. So wird vermieden, dass die Tiere den Staub einatmen. Gerste und Hafer kann ohne Bedenken gefüttert werden, auch wenn im allgemeinen Getreide und Backwaren für die Jungtiere nicht  zu empfehlen sind. In der 5. Lebenswoche sollte eine Kokzidiosekur durchgeführt werden. Die Fütterungszeiten dürfen jetzt 2 x ½ bis 1 Std. betragen.

Jetzt reichen wir zu der Quetschgerste auch geringe Mengen Pellets. Anfangs 10% und dann langsam steigern auf 30%.

In der 6. Lebenswoche werden die Fütterungszeiten auf 2 x 1,0 bis 1,5 Stunden verlängert und der Anteil der Pellets auf ca. 40% erhöht. Jetzt werden auch schon kleine Zugaben wie Apfelstücke, Löwenzahn oder Grünkohl usw. aber nur in kleinen Mengen gereicht.

In der 7. Lebenswoche werden die Jungtiere von der Mutter abgesetzt. Sie bleiben aber noch in kleinen Gruppen zusammen. Wenn in der Züchterzeitung empfohlen wird, dass man die Jungtiere schon im Alter von 3 Wochen absetzen kann, so möchte ich unbedingt davon abraten.

Diese Handhabung könnte für die Rassekaninchenzucht fatale Folgen haben. Die Absetzzeit ist Krisenzeit, deshalb bleibt es auch weiterhin bei reduziertem Futter und eingeschränkten Fütterungszeiten von ca. 2 x 1,5 Stunden täglich. Sehr gutes Heu und Wasser mit hochdosiertem Apfelessig zur freien Aufnahme ist auch weiterhin selbstverständlich. Quetschgerste steht bei der Fütterung immer noch im Vordergrund.

Langsam werden jetzt die Fütterungszeiten auf 2 x 2 Stunden erhöht und nach der Vollendung des 4. Lebensmonats gehen wir vorsichtig zur normalen Fütterung über, so wie jeder Züchter seine Tiere versorgt. Wer sich für die von mir empfohlenen Methoden entscheiden will, wird bald die Erfolge sehen. 2 Jahre habe ich mittlerweile einen Züchter begleitet. Diese Erprobung war ein voller Erfolg. Nicht ein einziges Tier ist in dieser Zeit an Enterocolitis erkrankt. Ich bin davon überzeugt, dass wir die Seuche mit meinen Vorgaben weitgehend ohne Medizin in den Griff bekommen. Für weitere Auskünfte stehe ich gerne allen Züchtern zur Verfügung.

Ich hoffe nun, dass alle Clubmitglieder über meinen Bericht in der Lehr- und Informationsschrift aber auch über meinen heutigen Vortrag informiert werden.

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