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Das Kotfressen

Wenn Kaninchen ihren eigenen Kot fressen, so ist das lebensnotwendig .Bei dem genannten Kot handelt es sich um den Blinddarmkot, ( Weichkot ) welcher Für das Tier sehr  Wichtig ist,  und wichtige Vitamine fürs Kaninchen beinhaltet. Es sind Vitamin - B- Komplexes und andere Stoffe.

Bei Wildkaninchen verbessert das fressen von Weichkot die Überlebenschance bei massivem Wassermangel.

Das Schlafen

Sind die Kaninchen müde, so lassen manche Tiere sich einfach auf die Seite fallen . Andere wiederum schlafen im Sitzen in geduckter Stellung. Auch können Kaninchen tüchtig Schnarchen.

Die Wachsamkeit

Kaninchen sind von Natur aus neugierig . Hören sie ihnen ein unbekanntes Geräusch, so fangen sie an die Ohren in Richtung des Geräusch zu kippen . Siehe Abb. Sollte sich aber irgend etwas fremdes bewegen, so kann es passieren das sich das Kaninchen auf den Hinterläufen aufrichtet um besser sehen zu können ( Männchen machen ) . Als Warnsignal , klopfen die Kaninchen mit den Hinterläufen auf den Boden.

Das Scharren

Dieser Instinkt ist den Kaninchen angeboren und stammt noch von den Wildkaninchen ab . Es ist immer noch der Drang einen Bau auszuheben.

Der Kontakt

Kaninchen sind mit ihren Artgenossen sehr kontaktfreudig, es kann aber auch das Gegenteil Teil passieren und es fliegen die Fetzen . Die Jungtiere im Nest halten Kontakt zu ihrer Mutter mit dem Spürsinn.

Das Lecken

Wenn Kaninchen sich das Fell lecken, oder die Ohren zwischen die Vorderläufe nehmen, so bedeutet es nichts anderes als das sie sich putzen .

Die Scheu

Ein Kaninchen welches sich ständig duckt wenn man vorbei geht, ist scheu und ängstlich . Hier fehlt der ständige Handkontakt des Betreuers ( Züchter ). Wenn man die Kaninchen bei jedem Futtern streichelt, verlieren sie ihre Scheu .

Das Knurren

Wenn der Rammler nach erfolgtem Deckakt  knurrend von der Häsin fällt, braucht man sich nicht zu ängstigen . Es gibt auch Kaninchen, welche  knurren oder versuchen zu Beißen, wenn man in die Bucht langt. Dieses Verhalten legen viele Häsinnen an den Tag wenn sie tragend sind. In den meisten Fällen gibt es sich sofern die Häsin geworfen hat ( Junge geboren ). Sollten aber die Kaninchen generell Knurren und Beißen, so sollten solche Tiere nicht zur Zucht eingesetzt werden . Diese schlechte Angewohnheit kann sich sehr stark auf die Nachzucht übertragen ( Vererben ).

Der Deckakt

Unsere Zuchthäsinnen heben keinen festen Zyklus, durch den sie nur zu bestimmten Zeiten paarungsbereit sind. Sie können das ganze Jahr über belegt werden. Die Paarungsbereitschaft wird jedoch von äußeren Umständen wie Tageslicht, Außentemperaturen und Nahrungsangebot beeinflusst.

Jeder Züchter sollte vor dem Zulassen der Tiere eine genaue Untersuchung der Geschlechtsorgane von Rammler und Häsin vornehmen. Bei der Häsin ist insbesondere auf Scheidenausfluss und Zustand der Scheide zu achten. Jede Abnormität bedingt eine genauere Untersuchung. Jedem Züchter ist bekannt, dass die Schamlippen bei der Brunst anschwellen bzw. gerötet sind. Dies ist keine Abnormität, sondern ein natürlicher Zustand.

Beim Rammler erfolgt ebenfalls eine genaue Kontrolle der Geschlechtsorgane. Der Penis darf keine Missbildung aufweisen ( z. B. Spaltpenis ), die Hoden müssen sich fest anfühlen, beide im Hodensack untergebracht und gleich groß sein. Die jeweilige Hodengröße ist abhängig von der Größe des Tieres.

Ist die Gesundheitskontrolle positiv verlaufen, so kann man die Häsin dem Rammler zuführen.

Der Einfluss des Tageslicht sowie der Fütterung sollte bei Fruchtbarkeitsproblemen nicht außer acht gelassen werden. Die Lichtstärke ist dabei von untergeordneter Bedeutung. Die Furtdruckschwankungen wirken sich gleichfalls auf die Deckbereitschaft der Häsin aus. Die Temperatur sollte möglichst 25 0C nicht übersteigen. Bereits bei 29 0C produzieren die Rammler kein befruchtungsfähiges Sperma mehr. Ein Eisprung der Häsin ist bei Temperaturen um 0 0C kaum möglich.

Junge Zuchtrammler, die noch nicht gedeckt haben, werden sehr oft von den Häsinnen verunsichert. Wenn Häsinnen sehr hitzig sind, versuchen sie die Position des Rammlers beim Deckakt einzunehmen. Häufig werden Jungrammler so eingeschüchtert, dass sie zunächst kein Interesse mehr am Decken haben. Wenn junge Rammler überfordert werden, sinkt auch die Wahrscheinlichkeit, alle in kurzer Zeit belegten Häsinnen trächtig zu bekommen. Um dem Jungrammler beim Decken zu helfen, sollte man die Häsin eventuell festhalten. Ist die Häsin heiß, hebt sie ihr Hinterteil nach oben und der Rammler hat keine Probleme mit dem Vollzug des Deckaktes. Der Rammler kann so mit seinen Kräften haushalten. Jeder sollte wissen, die Häsin wird immer zum Decken in die Rammlerbucht gesetzt und nie umgekehrt. Wird es umgekehrt gemacht, so übt die Häsin ihr Hausrecht aus und das heißt in den meisten Fällen Beißen.  Ein  weiterer Bericht der Deckakt und  wie geht es weiter in Wort und Bild von Zuchtfreund Willy Schopf findet ihr hier.

Die Geburt

In den Wochen vor dem Geburtstermin müssen wir die Bucht der Häsin besonders häufig einstreuen. Hat man eine Wurfkiste zur Verfügung, so kann sie nun eingebracht werden. In den meisten Fällen wird sie von der Häsin gerne angenommen. Sie schleppen dann das ganze Heu und Stroh in die Wurfkiste ( Wurfbox ). Sodann beginnt sie auch gleich mit dem eigentlichen Nestbau und rupft sich Wolle aus.

Um der Häsin die Geburt zu erleichtern, ist festzuhalten, dass die Häsin eine beste Vitamin -, Mineralstoff - und Futterversorgung erfahren muss. Dies insbesondere in den letzten 10 Tagen der Trächtigkeit, da hier eine sprunghafte Entwicklung der Föten bis zum Geburtsgewicht einsetzt.

Die Geburt findet meist in den frühen Morgenstunden oder am späten Abend statt und läuft im Normalfall recht schnell ab. Die Jungen Kaninchen werden im Gegensatz zu Hasenjungen nackt und blind geboren. Die Häsin nimmt das Abnabeln selber vor und frisst die Nachgeburt auf. Auch beseitigt sie so weit es geht die Blutspuren die in der Nähe des Nestes aufgetreten sind, um ihre Jungen vor möglichen Raubtieren zu schützen ( Ratten, Marder oder Iltis) ..

Bei Jungen Häsinnen kann es passieren, dass sie die Jungen vor das Nest oder in der Bucht verstreuen. Oft versuchen sie dann die Kleinen wieder ins Nest zurück zurollen, diese gelingt in den meisten Fällen nicht. Der Häsin jetzt einige Leckerbissen reichen ist sehr wichtig. Das frische Trinkwasser täglich darf auf keinem Fall vergessen werden. Nun wir das Nest in den ersten Tagen täglich kontrolliert ob noch alle Jungtiere leben. 

Vom 1. bis 4. Tag sind die Jungen noch nackt und nehmen nur durch ihren Tastsinn die Umwelt wahr. Nach diesen Tagen fängt das Fell an zu wachsen. Am 10. bis 11. Tag öffnen die jungen Kaninchen ihre Augen. Nun dauert es auch nicht mehr sehr lange und es kommt Leben in den Stall.

Das öffnen der Augen

Sind die Augen der jungen Kaninchen nach 10 - 11 Tagen nicht auf, so muss der Züchter / Halter nach helfen. Dieses geschieht folgender maßen, man nimmt etwas klares Wasser, reibt die Augenlider damit ein und zieht sie ganz vorsichtig auseinander. Dieser  Vorgang muss in den meisten Fällen einige Male am Tag und auch an den folgenden Tagen wiederholt werden. Wenn die Augen nicht rechtzeitig geöffnet werden, kann es passieren, das die Kaninchen blind werden.

Das Absetzen der Jungtiere

Die Häsin säugt im Durchschnitt 8 - 10 Wochen ihre Jungen. Einige Häsinnen säugen ihre Jungen sogar 10 - 12 Wochen. Die Muttermilch ist für die jungen Kaninchen sehr wichtig. Nach dem die Häsin ( Mutter ) keine Milch mehr hat oder nicht mehr säugen lässt, werden die Jungtiere von der Mutter getrennt ( abgesetzt ). Dieses geschieht folgendermaßen, man nimmt die Häsin von den Jungtieren und belässt diese noch einige Zeit in der Kinderstube. Für die Jungtiere ist dann der Stress nicht so groß. Später werden auch die Jungtiere vereinzelt ( getrennt ). Es geschieht nach Geschlecht. Häsinnen können etwas länger zusammen laufen als Rammler, da letzt genannte sich sonst Bespringen oder beißen. Beides ist dem Züchter oder Halter nicht dienlich, da die Tiere sehr schwer an Gewicht zu nehmen oder Bisswunden davon tragen.

Kannibalismus

Zum Kannibalismus kommt es überwiegend bei Häsinnen vor, die das erste mal werfen und mit diesem Geschehen überfordert sind. 

Kannibalismus = das Anfressen, auffressen oder Verstümmeln der Neugeborenen.

Dieses kann verschiedene Ursachen haben:

1. Dem Tier fehlt der nötige Bewegungsplatz, 2. Schwankende Temperaturen ( extreme Hitze, starke Luftfeuchtigkeit ), 3. Zu fett gefüttert in der Trächtigkeitszeit, 4. Es fehlt genügend Trinkwasser, 5. Das Futter war zu nährstoffreich oder - arm, 6. Starke Unruhe am oder im Stall, 7. eine Entzündung im Gesäuge, 8. Das von Natur aus fressen der Nachgeburt . 

Es mag noch mehr Ursachen für diese verhalten geben.

Wie wir wissen, kommen die Jungen in einer Fruchtblase auf die Welt und die Häsin muss sie von dieser Umhüllung befreien. Sie muss die Fruchtblase aufbeißen, dabei kann es vorkommen, dass die Junghäsinnen versehentlich das Junge erwischen. Dadurch kennen sie den Unterschied zwischen Junge und Fruchthülle nicht mehr und sie frisst das Junge mit auf.

Beim ersten Mal werfen würde ich mir keine Sorgen machen; aber wenn es öfter passiert ist es Kannibalismus.

Quelle: "Die Themen heut" mit freundlicher Genehmigung von Zuchtfreund Willy Schopf, LV Württemberg/Hohenzollern und Markus Schröter.

 

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