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Ein Bericht von Walter Reimers, Hamburg

Als ich mich dazu entschloss, diesen Artikel zu schreiben, wusste ich nicht auf wie viel es zu achten galt. Nach sage und schreibe acht Anläufen, glaube ich einen Umfangreichen Denkanstoß  erstellt zu haben.

In den 80er Jahren lief in unserem Fernseh- und Hörfunkprogrammen immer ein Werbespot ab:

„Die Umwelt braucht uns nicht“

Dieser Satz ist heute noch genauso richtig und wichtig wie damals.

Seit den 70er Jahren hat sich das Umweltbewusstsein doch schon sehr geändert und wir Rassekaninchenzüchter können auch einen großen Beitrag dazu leisten.

Dieser Artikel soll dazu beitragen unseren jugendlichen, aber auch Erwachsenen, Zuchtfreunden die Wichtigkeit des Umweltschutzes aber auch einige Anregungen zu vermitteln.

Umweltschutz beginnt bereits beim Bau unserer Kaninchenställe.

So sollte man darauf achten das die Farbe, die wir zum Holzschutz benötigen, keine Lösungsmittel enthält. Dieses ist auch zur Gesunderhaltung unserer Tiere wichtig. Lösungsmittel in Farben sind z.T. krebserregende und auch schwere Nervengifte.

Deshalb ist es besser auf Farben zurückzugreifen die auf Wasserbasis hergestellt wurden.. Diese lassen sich auch mühelos mit Wasser verdünnen.

Wenn man sich für das Baumaterial Holz, zum Bau der Ställe, entschieden hat, so sollte man sich für Holz aus hiesigen Wäldern entscheiden.

Denn der Raubbau an Tropenhölzer nimmt immer größere Dimensionen an. Allein in Südamerika wird jedes Jahr Urwald in der Größenordnung des Bundeslandes Saarland abgeholzt. Nur um daraus Fenster, Türen oder eben Kaninchenställe zu bauen. Von der anderen Rodung, zum Zwecke der Agrarwirtschaft wollen wir hier nicht sprechen. Obwohl es sich hierbei vielfach, um arme Bauern handelt, die so Versuchen Ackerland zu Gewinnen. Andere aber versuchen, Ackerland für Rauschgift zu Gewinnen.  Aber das alleine ist noch nicht schlimm genug, dass Material muss nun von Südamerika, Indonesien oder wo auch immer, hier nach Deutschland geschafft werden. Das Verbraucht wiederum  fossilen Brennstoff und der wiederum erzeugt CO2.  

Eines der Treibhausgase.

Ist es dann nicht besser Holz aus einheimischen Wäldern zu nehmen und dieses dann in den dementsprechenden Farbton um zu streichen?

Kommen wir jetzt einmal zum Thema „Transporte“

Wenn wir uns zu Fahrgemeinschaften zusammenschließen, natürlich nur dort wo dieses ohne große Umwege geschehen kann, schonen wir nicht nur die Umwelt, in dem Abgase einsparen, sondern auch unsere Geldbörse.

Wenn eine Fahrgemeinschaft nicht auf direktem Wege möglich ist, also das der Zuchtfreund direkt an dem Haus des befreundeten Züchters vorbeifährt, so kann man sich ja evtl. an einem zentralen Ort treffen und von dort dann die Fahrt gemeinsam fortsetzen.

Für solche Zwecke stehen ja bereits oftmals an Autobahnabfahrten schon Parkplätze zur Verfügung.

So wird nicht nur der Umweltschutzgedanke gefördert, das Portemonnaie geschont sondern auch noch die Züchterfreundschaft vertieft.

Auch wenn es darum geht, die Tiere auf eine Schau zu verbringen, auch hier kann eine Fahrgemeinschaft, in Form eines Sammeltransportes die drei o. g. Punkte fördern. Ferner liegt hierin aber auch noch der Vorteil, dass schwere Transportkisten unserer Tiere dann zu zweit besser getragen werden können.

Beim Bau der Transportkisten sollten aber natürlich auch die, unter dem Bau der Kaninchenställe genannten Aspekte, berücksichtigt werden.

Zum Thema Transport gehört natürlich auch die Beschaffung von Futtermitteln,  Heu und Stroh.

Auch hier sollte man schon einmal überlegen wo man einkauft.

Warum fahre ich viele Kilometer alleine um das genannte zu besorgen?

Warum schließe ich mich nicht auch hier mit einem, oder mehreren Zuchtfreunden, evtl. ja auch aus dem Nachbarverein, zusammen? Auch hier ist ja dann der Vorteil wieder gegeben ich muss nicht alles alleine bewältigen.

Natürlich muss auch die dementsprechend große Transportmöglichkeit vorhanden sein. Aber wenn sonst vier Züchter jeder mit einem Anhänger unterwegs sind, so kann die Zahl der Fahrzeuge ja evtl. auf drei oder weniger reduziert werden.

Ein weiterer Punkt ist auch das Misten unserer Ställe.

Aus den Ställen wird der Mist herausgeholt und unter die neue Einstreu kommt heute noch vielfach Torf, zum Aufsaugen des Urins.

Muss es ausgerechnet Torf sein?

Was gegen Torf spricht.

Die Moore werden immer weniger. Durch das verschwinden von Mooren, aufgrund des Torfabbaues, verlieren viele Tierarten hier ihren  natürlichen Lebensraum und sind so dem Aussterben geweiht.

Die Böden, auf die der Torf zusammen mit dem Mist gebracht wird, werden mit der Zeit Sauer reagieren. Daran zuerkennen, dass man irgendwann Moos auf seinem Gemüsegarten hat. Also müssen wir gegensteuern, mit Gartenkalk. Um den Boden wieder im neutralen Bereich zu puffern.

Das bedeutet wiederum, wir müssen uns in Bewegung setzen den Kalk besorgen, Treibstoff verbrennen unser Portemonnaie beanspruchen.

Die Alternative hierzu lautet einfach, man benutzt zum Aufsaugen des Urins Rapshäcksel oder Roggenhäcksel. Der Vorteil ist auch noch beides verrottet Rückstandslos und beeinträchtigt nicht das Bodenklima.

Habe ich bis jetzt nur den Treibstoffverbrauch gegeißelt, ich dürfte es eigentlich nicht, denn ich verdiene damit meinen Lebensunterhalt. So möchte ich aber auch noch ein paar Zeilen zum Thema Chemie loswerden.

Bei Chemie denken die meisten an rauchende Schornsteine, Schaumberge auf Flüssen, Fische die im Wasser mit dem Bauch nach oben schwimmen.

Sehen wir uns einmal unseren Schrankinhalt an. Hier stehen Desinfektionsmittel sämtlicher Couleur.

Aber wenn keine chemischen Mittel, wie denn?

Eigentlich hat die Natur nicht darauf gewartet bis der Mensch seine chemischen Fabriken erfindet.

Eigentlich hat der liebe Gott für alles ein Kraut wachsen lassen.

Deshalb ist lautet Devise:

Soviel Chemie wie nötig, so wenig wie möglich

Zur Desinfektion unserer Kaninchenställe werden immer noch ziemliche chemische Keulen eingesetzt. Da liest man dann, z.B.: Das Tier sollte erst nach einer Wartezeit von … wieder in den Stall verbracht werden.

Oder:

Vermeiden Sie jeglichen Hautkontakt und wenn doch, dann mit fließendem Wasser gründlich abspülen

Oder noch viel besser
bei Verschlucken rufen Sie die Bundes Gift Zentrale an oder suchen Sie einen Arzt auf und zeigen Sie ihm dieses Etikett vor.

Hallo geht es noch??????????

Der Umkehrschluss bedeutet ja dann, wenn ich den Kaninchenstall nicht richtig ausgespült habe, setzte ich mein Tier diesen, eben, o.g. Gefahren aus.

Unsere Kaninchen sind vom Gewicht her wesentlich leichter wie wir Menschen ( Züchter ) und daher ist das Vergiftungsrisiko doch weit aus höher.

Wie ich meinen Stall desinfiziere?

Ich habe mir im Baumarkt eine Lötlampe für 20,- € gekauft und brenne die Ställe regelmäßig aus. Danach werden sie wieder mit Binderfarbe  wieder gestrichen. Sollte beim Ausbrennen mal ein Brett schwarz werden, macht nichts. Denn dann bin ich mir sicher hier hat kein Fiesling überlebt. Und die Binderfarbe, mit der ich dann hinterher den Stall streiche, sorgt a) dafür das die hässliche, schwarze, Stelle verschwunden ist und b) dafür das kein ungewollter Mitbewohner sich in das Holz einnisten kann.

Natürlich sollte man schon peinlichst darauf achten das sich keine Einstreu oder sogar Heu im Stall befindet. Denn dann wäre die Brandlast natürlich extrem hoch.

Die Rückstände von der Feueraktion, kann ich bedenkenlos auf meinen Misthaufen tun. Denn hier hat nichts mehr überlebt und es gibt auch sonst weiter keine Bedenken dieses zu tun.

Nehme ich Desinfektionsmittel, der chemischen Kategorie, muss ich mir überlegen wohin damit. Jedenfalls nicht auf den Dunghaufen. Denn diese Mittel verbleiben doch zu einem gewissen Teil im Dung, den ich dann im Frühjahr auf mein Gartenbeet ausbringe.

Gemüse auf Chemie?

Ich weiß nicht.

Ich möchte hierzu nur ein Beispiel anführen:

In der Winterzeit ist auch die Zeit der Mandarinen und der Apfelsinen, ich habe mal die Schale, dieser Südfrüchte, auf meinen Misthaufen ausgebracht.

Im Frühjahr, und obwohl ich immer wieder neuen Stalldung darauf getan habe, waren die Schalen noch fast vollständig vorhanden.

Das Mittel ist auf den Südfrüchten ist zwar kein Desinfektionsmittel, im klassischen Sinn, sondern ein Pilzmittel. Es hilft aber doch ein wenig zu verdeutlichen was die Chemie bewirken kann.

Gibt es auch ein Mittel um die fliegenden Plagegeister, Mücken, Fliegen, etc. abzuwehren?

Mücken halten sich eigentlich nur in der Nähe von stehenden Gewässern auf. Eine größere Pfütze reicht. Oder aber auch das Regenfass, womit man seine Blumen so herrlich im Sommer Wässern kann. Hier legen dann die Mückenweibchen ihre Eier ab, aus denen dann die Larven entstehen. Das Mückenweibchen muss aber dem Nachwuchs alles mitgeben damit sie wachsen und gedeihen können, denn sie wachsen ja außerhalb des Mutterkörpers heran. Da die Jungen Proteine benötigen sticht das Mückenweibchen, und nur diese kann stechen, nicht das Männchen, und saugen aus dem gestochenen, angezapften, Körper Blut. Hierbei werden dann die Krankheiten übertragen. Wenn ich nun einmal nicht auf mein Regenfass verzichten möchte, so tue ich dort ein paar Tropfen Spüli hinein. Denn nun wird die Wasseroberfläche entspannt und das Mückenweibchen, dass sich zur Eiablage auf die Wasseroberfläche setzt, wird sich nicht mehr auf der Oberfläche halten können sondern untergehen.

Sollte ich selber einen Gartenteich besitzen, so würde ich hier ein paar Goldfische hinein setzen. Denn diese werden der Mückenplage im Wasser dann schon Herr.

Um Fliegen aus meiner Stallanlage fernzuhalten versprühe ich Essigwasser.

Auch kann ich an die Stalldecke einige Zweige Schafgarbe hängen, dass vertreibt auch die Fliegen.  Ich muss diese Prozeduren zwar öfter wiederholen, aber ich kann mit ruhigem Gewissen sagen, ich habe etwas für Umwelt und Natur getan.

Wiederum  andere werden frage, warum soll ich diese Plagegeister eigentlich nur abwehren und nicht vernichten? Nun, nicht alle Insekten werden den Angriff der chemischen Keule überstehen. Sie werden ein wenig kümmernd in der Ecke sitzen und es wird ihnen nicht allzu gut gehen. Aber dann, nach ein paar Tagen fliegen sie dann wieder draußen umher und somit auf dem Tablett von Singvögeln. Diese werden dann unser Insekt fressen, welches aber ja noch das Insektizid in sich trägt, denn es wird ja nicht ausgeschieden. Der Vogel frisst nun aber unser Insekt, ja und? Fragen jetzt einige, Es sind ja nur Spuren des Insektizides in diesem Insektenkörper. Vollkommen richtig. Aber so ein Vogel frisst mehr als eine Insekt pro Tag und es ist auch nicht nur ein Insekt mit unserem Insektizid kontaminiert.

Sehen wir uns doch einmal die Vogelbruten von noch vor ein paar Jahren an. Da konnten die Jungen auch nicht schlüpfen oder das gelegte Ei hatte gar keine rechte Eihülle. Schuld daran waren die Insektizide und auch Pestizide, die waren aber auch nur in geringen Spuren aufgenommen worden. Hatten sich aber über die Jahre hinweg im Vogelkörper angesammelt.

So könnte ich die Liste meiner Vorschläge noch verlängern, möchte aber nicht zu sehr ausufern.

Ich würde mich freuen wenn ich den einen oder anderen Zuchtfreund davon überzeugen konnte, doch einige chemische Keulen im Schrank zu lassen, damit er sich auch noch länger an unserer Natur erfreuen kann.

Wie sagte ich Anfangs?

Die Natur braucht uns, den Menschen nicht, aber der Mensch braucht die Natur.

Wir danken Walter Reimers vom Widderclub HH 99 Hamburg

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