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Das Gehör vom Kaninchen

Der Gehörapparat besteht aus dem Hörorgan, das durch das äußere, mittlere und innere Ohr gebildet wird, ferner dem Leitungsnerven und dem Gehörzentrum im Gehirn. Die Ohrmuscheln fangen die Schallwellen auf. Kaninchen die in der Wildbahn leben, haben stets bewegliche Stehohren. Sie können sie in die Richtung eines Geräusches drehen, ohne den Kopf besonders wenden zu müssen. Dieses kann unser Hauskaninchen auch.

Der Hörvorgang ist bei den Widderkaninchen durch die Hängeohren etwas erschwert. Das hängeohmige Kaninchen hat einen nahezu doppelt so großen äußeren Gehörgang wie das Stehohrkaninchen in der Wildnis.

Das Sehvermögen vom Kaninchen

Der Sehapparat besteht aus dem eigentlichen Sehorgan, dem Augapfel, dem Leitungsnerven und dem Sehzentrum im Gehirn. Der Teil des Auges, der aus der Augenhöhle herausragt, ist verschiedenen Gefahren ausgesetzt . Er wird daher durch das obere und untere Augenlid geschützt . Beim Kaninchen finden wir außerdem noch ein sehr gut entwickeltes drittes Augenlid, die Nickhaut.

Der Geschmackssinn vom Kaninchen

Der Geschmacksinn besteht aus den Geschmacksknospen, die den Geschmacksreiz empfangen und auf Nervenbahnen übertragen, von denen er zum Gehirn weitergegeben wird. Der Geschmackssinn und der Geruchssinn sind eng verbunden . Sie überprüfen gemeinsam die Nahrung.

Der Geruchsinn vom Kaninchen

Der Geruchssinn ist bei den Tieren meist besser entwickelt als bei den Menschen. Er dient ihnen zur vermehrten Nahrungskontrolle und in der Fortpflanzungszeit zum auffinden der Geschlechter . Der Riechapparat besteht aus dem eigentlichen Riechorgan, den Nasenhöhlen, ferner dem weiterleitenden Riechnerven und dem Riechzentrum im Gehirn.

Der Tastsinn vom Kaninchen

Der Tastsinn kann sich in vielerlei Art äußern. Auch die Haare können Gefühlsempfindungen selbst feinster Art feststellen, denn sie sind ebenfalls mit Nervenfasern verbunden . Ganz besonders empfindsam sind die Wimpern des Auges und die so genannten Schnurrhaare ( Spürhaare ) an der seitlichen Oberlippe, die vor allem den nachts Nahrung suchenden Kaninchen als Tasteinrichtung das Auge  ersetzen soll. Der Tastsinn arbeitet Fehlerlos.

Haut und Haar vom Kaninchen

Die Haut bildet den äußeren Abschluss des Tierkörpers und bedeckt Muskellagen und einzelne Knochenvorsprünge . Sie schütz das Kaninchen sowohl gegen äußere  Einwirkungen als auch gegen Wärmeentzug.

Die Haare stehen bei unseren Kaninchen ( Pelztiere ) dicht nebeneinander und bilden das Fell . Sie sind feine elastische Horngebilde, die in schräg verlaufenden schmalen Taschen der Haut stecken . Der Teil des Haares, welcher in der Haut steckt, nennt man Wurzel und der herausragende Teil des Haares  wird Schaft genannt. Das Haar erreicht nur eine bestimmte Länge.

Sinnesorgane unserer Rassekaninchen

von Johannes Bongartz - Tönisvorst

Sinnesorgane dienen beim Rassekaninchen, aber auch beim Menschen zum Vermitteln der Kenntnisse von Geschehnissen, die außerhalb des Körpers ablaufen oder stattfinden.

Dei einzelnen Sinne sind bei den verschiedenen Tierarten äußerst unterschiedlich ausgerüstet. Bei unseren Rassekaninchen, aber auch bei den Tieren in den Mastbetrieben oder Kaninchenhaltern, ist der am besten entwickelte Sinn das Gehör. Wir stellen bei aufmerksamer Beobachtung fest, dass beim kleinsten Geräusch die Ohren des Kaninchens der Geräuschquelle suchend positioniert werden, so z. B. durch das Klopfen mit den Hinterläufen auf den Stallboden.

Jeder der 5 Hauptsinne hat eine besondere Bedeutung und deshalb glaube ich, mit meinem Beitrag einen kleinen Hinweis zu geben, unsere Kaninchen besser zu verstehen und die Eigenarten besser zu erkennen.

Der Gesichtssinn oder das Sehvermögen

Das Sehvermögen, oder der Gesichtssinn ist beim Kaninchen nicht sonderlich gut ausgeprägt. Durch die seitlich stehenden Augen sieht jedes Auge für sich.

Infolgedessen entsteht kein vollständiges Bild einer Fläche. Schlechter noch steht es mit der Erkennung von Farben. Von den Wildkaninchen wissen wir, dass sie als so genannte Dämmerungstiere das Unterscheiden von verschiedenen Farben ja kaum brauchen. Es ist daher denkbar, dass unsere Rassekaninchen den Sinn für Farben nur sehr schwach ausgeprägt besitzen.

In einigen mir zugänglichen Büchern steht sogar das Kaninchen farbenblind sind. Diese Kriterien erklären auch, dass unsere Kaninchen die Bewegungen nicht, oder oder sehr gering erkennen. Daher erschrecken sie auch beim plötzlichen Betreten der Stallanlage oder der Käfigreihen bei einer Ausstellung. Es ist daher jedem Züchter zu raten beim Betreten der Stallungen einen kurzen Ton von sich zu geben, der jedoch immer der gleiche sein sollte.

Der Gehörsinn

Der Gehörsinn ist schon wie eingangs erwähnt, der am besten entwickelte Sinn bei unseren Kaninchen. Die im Verhältnis zur Körpergröße auffallend großen Ohren sind ausgezeichnete Hörgeräte. Jedes Geräusch wird aufgenommen und sofort durch Heben des Kopfes oder durch Aufrechtstellen der Ohren und in eine "hab Acht" Stellung des gesamten Körpers gebracht.

Interessant ist dabei zu beobachten, dass die Ohren immer der Geräuschquelle zu gewand sind. Ist das Tier der Meinung das Gefahr droht, werden durch klopfen mit den Hinterläufen auf dem Stallboden die Artgenossen gewarnt. Nicht selten stellen wir fest, dass alle Kaninchen in der Anlage in eine leichte Panik geraten und in den Stallbuchten rundum rennen. Hierbei kann es durchaus zu Verletzungen an Kopf und Körper kommen. Hundegebell, spielende Kinder oder aber die Annäherung fremder Personen lösen diese Aufregung aus. Deshalb ist es angebracht, wie schon oben erwähnt, beim Betreten des Stalles die Tiere anzusprechen. Die vertraute Stimme werden die Kaninchen erkennen und sich beruhigt verhalten.

Der Gruchssinn

Der Geruchssinn ist beim Kaninchen weit besser entwickelt als beim Menschen, daher stammt auch in älteren Aufzeichnungen der Begriff Nasentier.

Der Geruchssinn  ist von besonderer Bedeutung bei der Futteraufnahme. Es werden giftige Kräuter oder gebotene Futtermittel erkannt und demnach nicht aufgenommen. Verdorbenes Futter, weil der Kaninchenzüchter desöfteren zu viel reicht, wird durch den Geruchssinn erkannt und deshalb liegen gelassen. Weiter wird durch den Geruchssinn das Erkennen der Artgenossen und Zusammenfinden der Geschlechter gefördert. Wir erkennen es daran, dass der Rammler bei der Häsin meist erst in der Geschlechtsgegend schnuppert, ehe er den Versuch startet die Häsin zu decken. Außerdem haben die Kaninchen einen ausgeprägten Eigengeruch. Dieser wird einerseits durch die Talgdrüsen in der Haut geprägt, anderseits durch die Duftdrüsen in der Nähe des Afters, unmittelbar an der Blumenwurzel. Wir Züchter reden hier von den Geschlechtsecken.

Der Geschackssinn

Den Geschmackssinn des Kaninchens können wir nur bedingt mit dem des Menschen vergleichen. Es ist erwiesen, dass unsere Kaninchen einen guten und ausgeprägten Geschmackssinn haben. Er bewirkt, dass die Tiere nur das Futter aufnehmen, das ihnen gut schmeckt und bekommt. Hierbei sind Geschmack und Geruch miteinander gekoppelt. Welcher der Sinne der ausgeprägtere ist, ist nicht genauestens erforscht. Jeder Kaninchenzüchter weiß jedoch, dass uns anvertraute Kaninchen Feinschmecker sind. Im Freiland oder in einem Außenkäfig auf dem Rassen können wir das gut erkennen. Hier sucht das Tier zuerst die Futterarten aus, die es als Delikatesse erkennt und dann aufnimmt. Sollte ein Kaninchen den Trog einmal nicht restlos entleert haben, kann das viele Gründe haben, so z. B. Übersättigung, Krankheit oder verdorbenes Futter. Der Züchter wird das gereichte Futter entsorgen und diese Tier über einige Tage genauestens beobachten. Wenn der Grund erkannt ist, wird die Entscheidung nicht schwer fallen.

Der Tastsinn

Das Tastgefühl oder der Tastsinn ist bei den Kaninchen recht gut ausgebildet. Die langen Spürhaare bilden den Grundstock für diesen Sinn. Auch die überstehenden Grannenhaarspitzen am Körper vermitteln den Kaninchen ein feines Empfinden bei der leisesten Berührung. Wichtig ist es, Spürhaare nicht auszureißen oder abzuschneiden, weil hierdurch das Tastgefühl weitestgehend ausgeschaltet wird. Abgesehen einmal davon, dass hier dann Tierquälerei vorliegt, können sich die Tiere dann leicht verletzen. Wenn nur ein einzelnes Spürhaar entfernt werden muss, dann sollte das mit einer Spitzschere getätigt werden.

Schlussbetrachtung

Jeder Kaninchenzüchter, der seine Tiere nicht nur als Objekt sieht, sollte sich, soweit wie möglich mit seinen Tieren befassen. Er wird dann sicherlich erkennen, welche Eigenschaften seine Tiere haben und wo es etwas zu verbessern gibt. Durch beobachten oder auf den Tisch verbringen, aber auch durch einige Streicheleinheiten tragen wir Rassekaninchenzüchter zum Wohlbefinden unserer Tiere entscheidend bei. Bei den Ausstellungen wird man als Preisrichter unschwer erkennen, welches Kaninchen an Mensch und Tier gewöhnt wurde. Solche Tiere verhalten sich ruhig und zeigen sich meist von der besten Seite.

Quelle: Schulungsunterlagen des LV Rheinland
Fachzeitschriften verschiedener Jahrgänge.

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