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Ein Bericht von Holger Jeschke, Witten

Ob Jung- oder Alttierschau, ob Vereins-, Kreis-, Landes- oder Bundesschauen, wir, die organisierten Rassekaninchenzüchter, kennen und beschicken sie alle.

Die Rassekaninchen - Ausstellung!

Für uns ist es eigentlich das "Normalste der Welt" auf den Ausstellungen, egal welcher Art, mit unseren Tieren dabei zu sein. Doch wie machen wir das?

Es ist ja nicht nur mit dem Ausfüllen des Meldebogen getan!

Wir müssen die Tiere "Aussuchen", "Melden" und "Schaufertigmachen". Genau um diese Themen soll es in diesem Beitrag gehen. Ich möchte damit den Zuchtfreunden die unsrem schönen Hobby, der Rassekaninchenzucht, noch nicht lange verfallen sind, eine kleine Hilfestellung geben.

Das Aussuchen

Wir nennen es auch Selektieren. Die Selektion unserer Rassekaninchen beginnt schon recht früh im Jahr, nämlich dann, wenn unsere Jungtiere das Nest verlassen. Dann können wir schon erste Beobachtungen anstellen, ob sich diese Tiere eventuell für Ausstellungen bzw. für die Weiterzucht eignen. Bei einigen Rassen ist dies sogar schon bei den Nestjungen ersichtlich.

Woran wir dieses erkennen können, ist jetzt so "pauschal" nicht zu sagen. Denn bei jeder Rasse gibt es andere Kriterien, die dafür zu beachten sind. Alle aufzuführen würden den Rahmen dieses Berichtes jedoch sprengen. An dieser Stelle jedoch die Bitte an alle "Alten Hasen" unsren neuen Zuchtfreunden bei der Selektion der Tiere mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Sie werden es Euch danken!

Nach erfolgreicher Selektion, haben wir nun nur noch die Tiere im engen Blick, die wir entweder für die Weiterzucht oder für Ausstellungen benötigen bzw. behalten möchten. Somit ist der erste Schritt getan.

Das Melden

In aller Regel bekommen die Vereinsvorsitzenden die Meldepapiere für die jeweiligen Schauen zugesandt. Diese reichen sie dann, meist in den Versammlungen, an die einzelnen Mitglieder weiter.

Die Meldepapiere bestehen aus der Ausstellungsordnung (AO) und dem Meldebogen. Der AO können wir alle relevanten Daten der Schau, wie z.B. die Art, den Ort und den Zeitpunkt der Schau, aber auch den Meldeschluss und die Meldegebühren, entnehmen.

Haben wir diese Informationen alle, steht der Meldung nichts mehr im Wege. Bei dem Ausfüllen des Meldebogens, sollten wir sehr auf eine leserliche Schrift achten, denn unsauber ausgefüllte Meldungen können zu Missverständnissen bei der Ausstellungsleitung führen. Aus diesem Grund empfehlt es sich, den Meldebogen mit Schreibmaschine, PC oder Druckbuchstaben auszufüllen. Ebenso sollten wir darauf achten, dass alle erforderlichen Angaben, wie z.B. Kennzeichnung, Rasse, Geschlecht und wenn erforderlich (z.B. bei ZwW weiß RA) auch Augenfarbe gemacht werden.

Nicht zu vergessen sind natürlich auch die Angaben des Züchters. (Name, Anschrift, Telefon, Verein.)

Eigentlich ist aber auf allen Meldebögen ersichtlich, welche Angaben benötigt werden. In vielen Fällen muss zudem noch der Kostenbeitrag ausgefüllt werden, welches aber aus meiner Sicht, nicht weiter dramatisch ist.

Wenn wir den kompletten Meldebogen ausgefüllt haben, geben wir diesen an unseren Vereinszuchtbuchführer weiter, der die Tier betreffenden Daten auf Richtigkeit überprüfen muss. Sofern alle Tierdaten richtig sind, bestätigt er dieses durch seine Unterschrift und den Vereinsstempel.

Fertig ist der Meldebogen! Dieser wird nun, gegebenenfalls mit einem beigefügten Einzahlungsbeleg an die Ausstellungsleitung gesendet und unsere Tiere sind gemeldet.

Das "Schaufertigmachen"

Das Schaufertigmachen der Ausstellungstiere wird oft unterschätzt. Gehen doch, durch nicht richtiges oder gar überhaupt kein Fertigmachen, oft wichtige Punkte verloren.

Was das Schaufertigmachen im wesentlichen schon sehr beeinflussen kann ist, dass unsere Rassekaninchen steht's trocken und sauber untergebracht sind. Ist dies nicht der Fall und das fell unserer Schützlinge ist bereits stark verschmutzt, haben wir es enorm schwer, diese Tiere wieder sauber zu bekommen. In den meisten Fällen sind diese Versuche jedoch zwecklos. Dann heißt es warten bis zur nächsten Haarung. Das eigentliche "Fertigmachen" beginnt schon ein paar Wochen vor der Schau. Wir stutzen die Krallen unserer Tiere, damit sie sich aber auch die Preisrichter und Zuträger nicht verletzen können, auf eine geeignete Länge. Dabei beachten wir aber, dass wir die Krallen nicht zu kurz schneiden, denn in den Krallenansätzen verlaufen Blutgefäße.

Bei dem kürzen der Krallen, kontrollieren wir sofort ob die geforderte Krallenfarbe an allen Krallen vorhanden ist.

Utensilien zum Schau Fertigmachen. Krallen schneiden.

Geschlechtsecken Reinigen.

Machen wir mit den Geschlechtsecken weiter. Diese Hautfalten recht und links vom Geschlecht reinigen wir vorsichtig mit einem feuchten Q-Tipp oder mit einem feuchten, weichen Tuch. Bitte niemals Trocken reinigen! Dies kann zu Schmerzen und Entzündungen führen. Wenn wir eh schon mal bei dem Geschlecht sind, schauen wir auch gleich mal nach dem selbigen. Sind Anomalien (bei Rammlern z.B. Spaltpenis oder angewachsenen Vorhaut) vorhanden, brauchen wir dieses Tier nicht zur Ausstellung schicken. Dies ist ein schwerer Fehler und wird mit nb gestraft. Bei einigen Rassen wird eine kleine wohlgeformte Wamme (lose Brustfellhaut) bei Häsinnen geduldet. Wünschenswert sind aber wammenfreie Häsinnen. Bei Rammlern sind Wammen jedoch immer ein schwerer Fehler.

Wir können einen Wammenansatz, durch Auskämmen der Unterwolle, entfernen. Dazu sei gesagt, dass man nie einen Wammenansatz weg schneiden darf. Erstens können wir, und das ist aus meiner Sicht der wichtigste Punkt, das Tier dabei verletzen, und zweitens kann es bei unsachgemäßer Handhabung, zu starken Fellschäden kommen, die einen Punktabzug nach sich ziehen (siehe auch unerlaubte Handlungen). Deshalb nur mit einem Kamm die Unterwolle auskämmen. Selbstverständlich ist natürlich, dass wir das Fell gut durchbürsten, um lose abgestorbene Haare zu entfernen.

Je nach dem welche Rasse wir haben, können wir vereinzelte, pigmentlose oder andersfarbige Haare mit einer Pinzette entfernen.

Auf die gleiche Weise können wir bei Zeichnungstieren kleine Einläufer und / oder Spritzer entfernen bzw. eventuelle vorhandene und gewünschte Punkte sauberer herauszustellen.

Punktverlust in Position eins (gewicht) der Bewertungsskala sollte man durch rechtzeitiges Wiegen der Tiere eigentlich vermeiden können.

Der Transport

Der Transport unserer Kaninchen ist auch ein Thema, welches bei einer Rassekaninchenausstellung nicht außer acht gelassen werden sollte, da wir unsere Tiere ja zu den Ausstellungshallen bringen müssen.

Es fängt schon bei der Wahl des Transportbehälters an.

Transportkiste

Dieser sollte auf jedem Fall der Größe des Tieres entsprechen. Eine gute Transportmöglichkeit bieten die im Fachhandel erhältlichen Transportkisten, die es in verschiedenen, den Rassen entsprechenden Größen, gibt.

Ein weiterer Punkt ist der Transport an sich.

Hierbei ist zu beachten, dass der Transportbehälter nicht verrutschen kann und eine ausreichende Frischluftzufuhr gewährleistet ist. Sprich, dass die Lüftungsöffnungen nicht durch andere Transportbehälter verdeckt sind. Auch sollten die Tiere keiner Zugluft ausgesetzt sein.

Das "Einsetzen"

Beim Einsetzen, auch Einstallen genannt, ist es wichtig die Tiere in die richtigen Käfige zu setzen. Falsch eingesetzte Tiere führen zu Verwirrungen bei der Bewertung und erschweren die Arbeit der Zuträger und Preisrichter.

Natürlich sollen wir beim Einsetzen unserer Tiere auch darauf achten, dass sich unsere Kaninchen nicht verletzen können.

Die Bewertung

Die Bewertung unserer Rassekaninchen wird von anerkannten Preisrichtern, nach den im Standard vorgegebenen Rassebeschreibungen, durchgeführt.

In der Regel steht jedem Preisrichter ein Zuträger zur Verfügung, der ihm die Tiere zum Bewertungstisch bringt.

Ist die Bewertung beendet, wird die Preisverteilung durch die Preisrichter vorgenommen.

Nun stehen alle Ergebnisse fest und die Ausstellung nimmt ihren Lauf.

Ehe man sich versieht, werden unsere Tiere wieder ausgestallt und in den heimischen Stall gebracht.

Beim Ausstallen bitte wieder darauf achten, dass sich die Tiere nicht an den Gittern verletzen können!

Schlussgedanken

Einige Zuchtfreunde werden sich beim Lesen dieser Zeilen gedacht haben, dass sie dieses doch alles bereits wissen. Richtig?

Ich habe diesen Beitrag jedoch ganz bewusst, für unsere "Neuen" Zuchtfreunde geschrieben, denn wie oft werden solche Schritte auf einer Monatsversammlung, oder auch sonst, besprochen!? Ich hoffe für alle, das mit einer ordentlichen Vorbereitung, unsere Ausstellungen erfolgreich beschickt werden können.

Holger Jeschke

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