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Entwicklung der Kaninchenzucht

In die deutschen Gebiete kam das gezähmte Kaninchen aus Frankreich und Belgien. Das Hauskaninchen breitete sich in Deutschland nur langsam aus. Die Deutschen erkannten erst 1870 den großen Nutzwert des Kaninchens. Die erste Ausstellung soll, wie Braun berichtet, 1874 in Bremen stattgefunden haben. Der Aufschwung der Kaninchenzucht in Deutschland hatte auch zur Folge, das kleine Fachzeitschriften gegründet wurden

Organisation

Einige Kaninchenzüchtervereine, allerdings nur wenige, können schon auf ein über Hundertjähriges Bestehen zurückblicken. Die Organisation der Kaninchenzucht ist daher noch relativ jung und hat trotzdem eine reihe grundlegender Änderungen in der Entwicklung erfahren. Nach dem deutsch/französischen Krieg 1870/71 brachten die heimkehrenden Soldaten Kaninchen der verschiedensten Rassen mit, deren Weiterzüchtung zwangsläufig zur Bildung von Interessengruppen - Vereinen - führte. Es gab die unterschiedlichsten provinziellen Verbände und Organisationen, die allerdings nach 1933 zu einer einzigen Organisation zwangsweise zusammengeführt wurden. Nach 1945 bildeten sich innerhalb Deutschlands, bedingt durch die politischen Gegebenheiten, zwei voneinander unabhängige Verbände, die anfangs noch einen gemeinsamen Standard hatten. Im westlichen Deutschland bestand der Zentralverband Deutscher Kaninchenzüchter e.V., während in der DDR zuletzt der Verband der Kleingärtner und Siedler ( VKSK ) bis zur Wiedervereinigung bestand. Nach der Wiedervereinigung sind beide Verbände wieder innerhalb des Zentralverbandes vereinigt und haben heute einen Mitgliederbestand von annähernd 200 000.

Der Zentralverband Deutscher Kaninchenzüchter e.V. ( ZDK ) gliedert sich in 20 Landesverbände, die sich zum großen Teil an den seit Generationen geprägten Landesgrenzen orientieren. So existieren z.B. in Nordrhein - Westfalen der Landesverband Rheinischer Kaninchenzüchter und der Landesverband Westfälisch - Lippischer Kaninchenzüchter. Der nach 1945 von der Rheinprovinz zwangsweise abgeschnittene Südrhein hat sich wiederum zu einem Landesverband  Rheinland - Nassau zusammengefunden.

Innerhalb der 20 Landesverbände bestehen über 300 Kreis - und Bezirksverbände, die sich wiederum in über 7 000 Kaninchenzüchter oder Kleintierzüchtervereine untergliedern.

Der ZDK ist der einzige Züchterverband innerhalb Deutschlands und zugleich auch der weltgrößte, der sich planmäßig mit der Züchtung und dem Erhalt der Zucht des Kaninchens befasst.

Bereits 1938 haben sich Kleintierzüchter Europas zu einem europäischen Verband zusammengeschlossen, dem Europäischen Verband für Geflügel -, Tauben- und Kaninchenzucht. Diesem Verband ist der ZDK angeschlossen und dort auch maßgeblich tätig.

Vornehmliche Aufgabe des ZDK ist die planmäßige Züchtung von Kaninchen nach festgelegten Zielen. Über 170 Rassen und Farbenschläge sind in einem Rassestandard des ZDK zusammengefasst. Dieser Rassestandard bildet die praktische Grundlage für die Zuchtwahl. Nur die darin aufgeführten Rassen dürfen innerhalb der Vereine gezüchtet und auch entsprechend gekennzeichnet werden. Für die Kennzeichnung hat jeder Landesverband einen bestimmten Buchstaben, der zusammen mit einer Kennziffer das unverwechselbare Geschäftszeichen eines Kaninchenzüchtervereins innerhalb Deutschlands ist.

Ratschlag

Bevor man mit der Kaninchenzucht beginnt, sollte man sich über eines klar sein, wie  viel Platz habe ich, wie groß baue ich den Stall, (eine mindest Anzahl von Buchten sollte man gerne haben ), siehe Muster wie sieht es futtermäßig aus, wohin mit dem Mist, welche Rasse möchte ich züchten, und das wichtigste, was verträgt mein Geldbeutel. Wenn man die genannten Fragen mit sich geklärt hat, kann es beginnen. Eines sei noch gesagt, ein Züchter oder der es werden möchte, darf bei Niederlagen oder Fehlschlägen nicht gleich die Flinte ins Korn werfen.

Zuerst wird der passende Stall für die gewünschte Kaninchenrasse erbaut. Dann wird Futter besorgt und nun versucht man von einem Züchter Zuchttiere zu bekommen. Am besten ist es, wenn man mit 1,2 anfängt. Das heißt 1,0 = männlich ( Rammler ) 0,1 = weiblich ( Häsin ).

Jeder Tierhalter oder Züchter muss sich der hohen Verantwortung um das Wohl der ihm anvertrauten Schützlinge " lebenden Tiere" bewusst sein. Lebende Kaninchen sind kein Spielzeug für Kinder!

Eine Überbesetzung im Stall sollte tunlichst vermieden werden, denn dann ist die Gefahr für eine Krankheit oder der Ausbruch einer solchen vorprogrammiert.

Beispiel

0,1

B200 / 4.0.40

Aranza

Durchlauf

weitere Jungtiere

Jungtier aus Aranza 1 Wurf

Jungtier aus Astasia 2 Wurf

Jungtier aus Aranza 1 Wurf

Jungtier aus Astasia 2 Wurf

Jungtier aus

 Astasia

1 Wurf

Jungtier aus

Astasia

1 Wurf

0,1

B200 / 4.0.41

Astasia

Durchlauf

weitere Jungtiere

 

Jungtier aus Aranza 1 Wurf

Jungtier aus Astasia 2 Wurf

Jungtier aus Aranza 1 Wurf

Jungtier aus Astasia 2 Wurf

Jungtier aus

Astasia 2 Wurf

Jungtier aus

Astasia

1 Wurf

 

1,0

U100 / 3.0.80

Alfons

1,0

U66 / 1.1.6

Boris aus Astasia

Jungtier aus Aranza 1 Wurf

Juntier aus Astasia 2 Wurf

Jungtier Aranza 1 Wurf

Jungtier aus Astasia 2 Wurf

Jungtier aus

Astasia 1 Wurf

 

Jungtier aus

Astasia

1 Wurf

 

 

Die Farbe der grauen Farbenschläge bei den Deutschen Widder Kaninchen

von Karl Klinger, Werdohl

siehe Schulungsbericht "Unterschied der Farbe grau bei unseren Kaninchen"

Anerkannt sind die Farbschläge wild,- hasen,- dunkel,- eisengrau und hasenfarbig. Hasenfarbig soll hier noch ausgeklammert sein, weil dieser Farbschlag noch sehr selten ist. Als man anfing, die Entstehung der Fellfarben aller Kaninchenrassen wissenschaftlich zu erforschen, ging man von der Urrasse des Hauskaninchen, dem Wildtier aus.

Sei Fell wurde als wildfarbig bezeichnet, was züchterisch betrachtet fast gleichbedeutend mit hasengrau ist. Nach Dr. Dorn hätte man den Begriff wildgrau streichen sollen, da wir bei der hasengrauen Farbe verschiedene Schattierungen haben, die sich kaum vom wildgrau unterscheiden. Das Wildkaninchen hat in der Natur auch kein einheitliches Fell, sondern verschiedene Farbtöne. Das Nebeneinander von wild - und hasengrau würde nur zu Unklarheiten führen, so Dr. Dorn.

Wildgrau

Bei schwarzen, braunen und gelblichen Haarspitzen ist die Deckfarbe auf dem Rücken dunkel schattiert. Die schwarzen Haarspitzen sollen büschelartig auf der Decke verteilt sein. Durch einzeln verteilte schwarze Haarspitzen würden wir eine gleichmäßige Schattierung erhalten, die aber ein leichter Fehler wäre.

Brust und Seiten sind etwas heller. Der Keil im Genick ist klein und bräunlich, die Ohren schwarz gerändert. Die Oberseite der Blume ist schwarz mit grauen Haarspitzen gesprenkelt. Die Zwischenfarbe ist bräunlich. Bauchdeckfarbe und Innenseiten der Läufe, Kinnbackeneinfassung und Unterseite der Blume tragen die Wildfarbigkeitszonen weiß.

Wo Unterschiede im Wildfell auftreten, sind sie durch die Zwischenfarbe bedingt, die verschiedenen heller oder auch schmaler und breiter gebräunt sein kann. Die Unterfarbe am Körper sowie auch die Bauchunterfarbe ist durchgehend bläulich. Die Augen sind braun und die Krallenfarbe ist dunkelhornfarbig. Anmerkungen zur Bauchunterfarbe. Hier sollte wirklich darauf geachtet werden, dass diese nicht stellenweise weiß durchsetzt ist.  

Hasengrau

Bei uns im Standard heißt es: Gesamtfarbe wie wildgrau jedoch heller. Die Zwischenfarbe ist breit und rostbraunrot, der Keil ist ausgeprägter. Alle Weißfärbungen der Wildfarbe müssen auch hier vorhanden sein, wie z.B. Unterkiefereinfassung, Bauchdeckfarbe, Blumenunterseite und Innenseiten der Läufe.

Was uns der Standard aber nicht angibt ist, dass wir bei hasengrau drei Schattierungsstufen haben, wie z.B. hellhasengrau, hasengrau und dunkelhasengrau. Diese Farben können untereinander gepaart werden, ohne das die Fellfarben leiden. Nur muss man ein gutes Auge dafür haben. Es ist nicht ratsam, die helle Schattierung unter sich zu verpaaren, weil es dadurch zur Farbverblassung kommt. Die ersten Warnsignale dazu sind an den Vorderläufen helle Binden. Auch die Zwischenfarbe ist etwas verblasst.

Die Deckfarbe ist mit weniger schwarzen Deckhaaren durchsetzt und wirkt farblos und stumpf. Nur bei richtiger Zusammenstellung der Farben und ausgeprägter Zwischenfarbe können wir den hellen Hinter - und Vorderläufen, Flanken, Brust und Binden entgegen wirken. Die Unterfarbe, Krallenfarbe und Augenfarbe ist wie bei wildgrau.

Dunkelgrau

Die Deckfarbe am Rücken, Kopf, Seiten und Brust ist Gleichmäßig dunkel. Die bräunliche Farbe ist nicht mehr da, es wirkt schwarzgrau. Der Keil ist bräunlich, die Zwischenfarbe ist und schwächer angedeutet. Je schmaler die Zwischenfarbe, um so dunkler erscheint die Deckfarbe. Alle Wildfarbigkeitsabzeichen sind nicht mehr vorhanden, wie z.B. die weiße Bauchdeckfarbe. Hier ist das gravierendste Unterschiedsmerkmal, dass wir nun dunkelhasengrau und dunkelgrau unterscheiden können. Bei dunkelgrau ist eine nicht gesprenkelte Oberseite der Blume kein Fehler.

Dunkelgrau x dunkelgrau ergibt reinerbig immer wieder dunkelgrau.

Die Augen, - Krallen, - und Unterfarbe ist auch hier wie bei den vorher angegebenen Farben.

Eisengrau

Die Deckfarbe über den ganzen Körper ist gleichmäßig dunkel, der Keil nur schwach angedeutet. Die Bauchdeckfarbe ist etwas heller. Die Blumenoberseite ist dunkel und nicht gesprenkelt. Die Zwischenfarbe ist nur bräunlich angedeutet und man muss schon sehr hinsehen, um sie festzustellen. Seit 1890 ist eisengrau bekannt 8Belgische Riesen). Der Kopf und die Außenflächen der Läufe müssen deutlich gesprenkelt sein, sollen also nicht schwarz erscheinen. Die Unterfarbe ist gegenüber den anderen Farben blau. Die Krallen und Augenfarbe wie bei den anderen Farben. Eisengrau x eisengrau verpaart ergibt eine teilweise schwarze Nachzucht, deren Felle aber oft mit grauen Haaren durchsetzt sind. Sie sind spalterbig.

Eisengrau und dunkelgrau sollte man nicht mit hasen - und wildgrauen Tieren verpaaren. Die Deckfarbe verliert dann an Gleichmäßigkeit und Reinheit. Siehe auch Wildfarbigkeitsabzeichen.

Warum Rassezucht ?

Kaninchenzucht, wie überhaupt jede Kleintierzucht, soll nicht nur eine nutzbringende Feierabendbeschäftigung sein, sie soll auch Freude bringen. Beides, die Freude am schönen Tier und der Nutzen aus der Beschäftigung mit den Kaninchen lassen sich gut verbinden.

Mit rasselosen Kaninchen als Ausgangsmaterial lassen sich befriedigende Ergebnisse in dieser Hinsicht kaum erzielen.

Die eigentliche Zucht

Sie ist das Verpaaren von reinrassigen Kaninchen mit einander. Jeder sollte versuchen, seine Tiere so nah wie es geht standardgerecht zu züchten  ( Idealbild ). Jetzt muss man sich noch für einen Zuchtweg entscheiden.

Die Fremdzucht

Fremdzucht bedeutet die Verpaarung von Tieren, die nicht mit einander verwandt sind. Die jungen Kaninchen dieser Fremdpaarung werden wiederum mit Zuchttieren verpaart, die nicht blutsverwandt sind, die also aus fremden Linien stammen.

 

Die Inzucht

Unter Inzucht versteht man die Verpaarung von Kaninchen, die miteinander verwandt sind. Die Verwandtschaft von Zuchtrammler und Zuchthäsin liegt vor, wenn unter ihren Ahnen das gleiche Blut einmal oder mehrmals vertreten ist.

Die engste Inzucht

Diese wird auch Inzestzucht genannt und liegt vor, wenn Geschwister unter sich, Elternteile mit den Kindern oder Großeltern mit den Enkeln verpaart werden. 

Die enge Inzucht

Unter diesem Begriff versteht man Verwandtschaftszucht in der Vetterlinie, wenn also Onkel und Nichte, Tante und Neffe oder Vetter und Base verpaart werden.

Die mäßige Inzucht

Eine Verpaarung von Kaninchen, die noch entfernter miteinander verwandt sind als die oben genannten wird als mäßige Inzucht bezeichnet.

Die Entwöhnung von Jungtieren

Von Dieter Klinger - Werdohl

Jungtiere, die man für Ausstellungs- und Zuchtzwecke großzieht, entwickeln sich ab 6 Wochen ohne Muttermilch sehr gut und weiter. Ihr Magen-Darm- Kanal ist zu dieser Zeit auf feste Nahrung umgestellt, so dass sie nach der Entwöhnung gut weiter gedeihen. Jungtiere, die Hauptsächlich für Schlachtzwecke bestimmt sind, können schon im Alter von 5 Wochen von der Mutter genommen werden. Bei der Häsin treten Milchstauungen und Beschwerden hierbei nicht auf.

Manche Züchter nehmen zuerst nur die schwächsten Jungtiere weg, um die Entwicklung der kräftigsten Tiere noch weiter zu fördern. Auf diese Weise kann man sich bei späteren Würfen noch einige wertvolle Tiere auslesen. Andere Züchter schlagen den umgekehrten Weg vor, indem sie die am besten entwickelten Tiere zuerst wegnehmen und die schwächeren noch bei der Mutter lassen. Hierbei sollte man aber bedenken, dass gerade ein hochgepäppeltes Tier, schlecht ein Zuchttier werden kann. in der Tierzucht sollte man stets dem bestentwickelten Tier den Vorzug geben und sich gerade seiner Frohwüchsigkeit zu Nutze machen. In der Zucht der Zeichnungs- und Farbenrassen kann es allerdings sehr leicht vorkommen, dass gerade eines der körperlich schwächsten Tiere eine besonders gute Zeichnung oder Farbe aufweist.

Hierbei wäre es noch zu verstehen, dass der Züchter mit allen Mitteln dieses Tier zu kräftigen versucht. Ein gutes Zuchttier wird es später aber nicht. Hier fehlt die Eigenschaft der Frohwüchsigkeit und bei einem späteren Wurf von diesem Tier, würde der Züchter noch enttäuschter dreinsehen.  Hat er keine Aufzeichnung gemacht, würde er sich wundern, woher die schwache Aufzuchtsleistung stammt. Ob eine Häsin noch säugt, lässt sich bei anbrechender Dunkelheit beobachten. Die meisten Häsinnen säugen ihre Jungen abends zur Fütterungszeit. Auch das Wildkaninchen kommt abends zu seinem Wurf. Man muss etwas Geduld aufbringen. Wenn in einer Käfigecke das schnatzende Geräusch säugender Jungkaninchen zu hören ist, wirkt das reflektorisch auf die anderen Kaninchenmütter und mit einem Male liegen oft wie auf Kommando alle Würfe an der Mutterbrust. Gelingt es nicht eine entsprechende Häsin zu beobachten ob sie säugt, so kann man an ihren Saugwarzen sehen, ob diese verklebt oder feucht sind.

Wer seine Jungen an einem Tage und zur gleichen Zeit absetzen möchte, soll stets die Häsin aus dem Stall nehmen und die Jungtiere in ihrer gewohnten Umgebung Lassen. Das empfehlt sich aber nur, wenn in diesem Stall die Jungen ohne große Verluste groß geworden sind. Dann darf man annehmen, dass der Stall nicht mit Kokzidien überschwemmt ist. Sie können durch Stallwechsel einen Wachstumsverlust oder Stillstand erleiden. Die abgesetzten Jungtiere lässt man also unter den alten Bedingungen noch etwa vierzehn Tage zusammen um dadurch eine gegenseitige Erwärmung zu gewährleisten. Erst danach sollte man sie Trennen. Die Häsinnen sollte man erst noch paarweise zusammen lassen. Hingegen sollte man die Rammler in neue gesäuberte Stallungen einzeln setzen. Hier sind sie ungestört und Beißereien sind ausgeschlossen. Mit 3 Monaten kann man auch schon gut erkennen, was als Zuchttier zu gebrauchen ist, oder geschlachtet werden sollte. Man sollte hierbei bedenken, dass ein Kaninchen nach 14-16 Wochen jetzt sehr wenig pro Monat zunimmt. Man sollte daher den Schlachttieren noch 4 Wochen Mastfutter verabreichen und dann schlachten. Dadurch sparen wir einmal Platz und das Gewicht des Tieres ist auch schon sehr ansprechend. Gut entwickelte Junghäsinnen soll man auch ehr aus der Gemeinschaft nehmen. Sie haben mehr Ruhe und größere Bewegungsmöglichkeiten sowie die zustehende Futtermenge in der nötigen Qualität. In der Gemeinschaft ist das meist nicht der Fall. Hier verzehren nicht alle die gleichen Portionen. Zurückzukommen nach welchen Gesichtspunkten man ein Zuchttier aussortiert ist nahe liegend. Die Körpermasse je nach Rasse ist einmal Maßgebend. Hier gibt es monatliche Gewichtstabellen. Bei Rammlern der sich formende männliche Geschlechtstyp. Der Rammlerkopf muss schon nach mindestens 14 Wochen zu sehen sein. Sowie beachte man die Körperbreite von oben gesehen walzenförmig, sowie das Becken muss rund sein ohne viel Beckenknochen. Die Läufe kräftig und in korrekter Stellung. Für die Zeichnungs- und Farbenrassen ist das Fell ebenfalls ausschlaggebend. Die so nichtige Dichte der Unterwolle ist in dem frühen Alter noch nicht mit ganzer Sicherheit zu erfassen, weil das weiche Milchhaar noch vorherrscht, ja sogar Fellgüte vortäuscht. Wir sollten jetzt aber auch schon nachsehen, ob keine körperlichen Missbildungen am Körper vorhanden sind, wie etwa gebrochene oder schiefe Blume, Kuhhessigkeit, Senkrücken, lose schultern sowie auch das Geschlecht beachten. 

Der Krallenfarbe und auch der Augenfarbe gilt unserer Aufmerksamkeit. Wichtig wäre noch, ständig auf das Gebiss zu achten. Sind schon zwei Jungtiere in einem Wurf mit abnormalem Gebiss, sollte man die Paarung nicht mehr vornehmen. Es kann aber auch schon mal vorkommen, dass ein Jungtier aus dem Stall gefallen ist, dieses kann später ein abnormales Gebiss bekommen, weil durch den Sturz, der meist zuerst mit der Schnauze erfolgt, das Gebiss sich verschoben hat. Meist sind es aber vererbliche anlagen.

Unfruchtbare Zuchttiere

Alle vorbereitete Zuchtarbeit ist umsonst, wenn es nicht gelingt, im anstehenden Zuchtjahr die für die Weiterzucht vorgesehenen Tiere auch rechtzeitig, nach dem im Winter in der Zuchtpause vorgesehenen Plan, zur Fortpflanzung zu bringen. Fehler in der Haltung der Tiere können sich recht schwerwiegend auswirken, weil sie in der Regel alle Zuchttiere treffen und so jeden Zeitplan umwerfen können.

In der Zuchtruhe, also in der Zeit, in der die Tiere außer ihrer Erhaltung keine zusätzliche Leistung zu vollbringen haben, darf auch nur Erhaltungsfutter gereicht werden. Dieses soll vollwertig und ausreichend sein, darf aber nicht mehr und auch nicht höherwertiger sein, als es für die Erhaltung notwendig ist. Jedes mehr verteuert die Haltung und dient nicht der Gesunderhaltung der Zuchttiere. Verfettete Zuchttiere machen eine erfolgreiche Weiterzucht unmöglich. Die Erzeugung von Fett, wenn überhaupt gewünscht, muss auf dem billigsten Wege erfolgen. 

Im Winter sollte einmal überlegt werden, wie bessere Lichtverhältnisse in den meist zu dunklen Ställen herbeigeführt werden können. Es ist von Vorteil, die kurzen Wintertage durch ausreichende Beleuchtung zu verlängern. Der Tag ist bis auf 14 Stunden auszudehnen. Zuviel Dunkelheit und damit bedingte Zwangsruhe ist den Zuchttieren nicht förderlich.

Kurze Zeit vor dem Beginn der Zucht sollten die vorgesehenen Zuchttiere einer Vorbereitung unterzogen werden. Bei wenig gehaltvollem Erhaltungsfutter sollen spätestens jetzt Futterzusätze eine bessere Futterzusammensetzung gewährleisten. Auch hier ist zu überlegen, ob nicht ein Vitaminstoß angebracht ist, der noch bei der Nachzucht wirksam sein kann. 

rechtzeitig vor Beginn der Zucht sind alle Kaninchen gründlich zu untersuchen. Wird etwas unerwünschtes gefunden, dann kann vielleicht noch rechtzeitig für Abhilfe gesorgt oder der vorgesehene Plan umgestellt werden.

Quelle:

Aus Fortpflanzung und Zuchtverfahren in der Kaninchenzucht von Karl Weißenberger

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