Züchter verlor durch die Chinaseuche 82 Tiere, nun wagt er den Neustart

 

Albrecht Tröster mit einem Deutschen Widder. Diese Rasse züchtet er jetzt wieder.           Foto: Maik Schumann
 

Riethnordhausen  

Den Sommer 2016 wird Albrecht Tröster nicht so schnell vergessen. Es war die Zeit, in der der passionierte Züchter innerhalb von nur einer Woche sämtliche Tiere verlor. 82 Kaninchen verendeten an der hoch ansteckenden Chinaseuche.

„Ich hatte sie noch impfen lassen. Vielleicht hatten sie das Virus schon in sich und der Lebendimpfstoff hat die Krankheit erst richtig zum Ausbruch gebracht“, meint Tröster. Jeden Tag starben Tiere, ohne dass er ihnen noch helfen konnte. Die Kadaver hat er verbrannt. „Einen Festmeter Eiche habe ich in der Woche verfeuert“, erzählt er.

Viele Jahre lang hatte Albrecht Tröster erfolgreich Deutsche Widder gezüchtet

Viele Jahre lang hatte der Vorsitzende des Rassekaninchenzuchtvereins Goldene Aue sehr erfolgreich Deutsche Widder gezüchtet. Dann wollte er mal was Anderes ausprobieren und verlegte sich auf Mecklenburger Schecken. Bis im Juni ’16 die Seuche kam. Anfang Juni gab es die ersten Fälle in Wolferstedt, dann in Allstedt, dann in Oberröblingen. „Es war, als ob der Wind das Virus weitergetragen hätte“, sagt Tröster. Mitte Juni war die Krankheit in seinem Stall angekommen. Hilflos musste er zusehen, wie ein Tier nach dem anderen starb. „Die Woche“, sagt er, „hat mich richtig altern lassen.“

Er nahm es als Wink des Schicksals und kehrte zurück zu den Deutschen Widdern. Allerdings nicht, ohne den Stall und alle Geräte gründlich zu desinfizieren und dann erst mal ein Vierteljahr abzuwarten. Im Herbst machte er sich dann daran, die Blutlinie seiner alten Widderzucht wieder nach Riethnordhausen zu holen.

„Ich war bei Zuchtfreunden in ganz Deutschland, an die ich mal Tiere abgegeben hatte, bin bis ins Rheinland und an die Nordsee gefahren“, erzählt er. Inzwischen hat er einen Stamm von 46 Tieren beisammen, mit denen er jüngst schon erfolgreich an der Jungtierschau teilnahm und sich einen von acht Kreisverbandsehrenpreisen sicherte.

Kaninchenhalter können sich nicht mit Versicherung bei der Tierseuchenkasse für den Fall des Totalverlustes absichern

Die Chinaseuche indes sorgt bei den Kaninchenzüchtern für Veränderungen, weiß Tröster. Viele verlegten sich darauf, deutlich weniger Tiere für Ausstellungen vorzubereiten. Denn dort muss stets die aktuelle Impfung nachgewiesen werden. Eine Dosis kostet vier Euro. Da macht es einen Unterschied, ob man 100 Tiere impfen lässt oder 40.

Im Landkreis Mansfeld-Südharz kann die Chinaseuche immer wieder lokal aufflammen, heißt es auf MZAnfrage aus der Kreisverwaltung. Zwar habe man keinen kompletten Überblick über das Infektionsgeschehen, weil es sich nicht um eine meldepflichtige Erkrankung handelt. Im Gespräch mit den Tierärzten erfahre das Veterinäramt aber immer wieder von Fällen.

Anders als Geflügelzüchter können sich Kaninchenhalter auch nicht mit einer Versicherung bei der Tierseuchenkasse für den Fall des Totalverlustes absichern, wie Albrecht Tröster sagt: „Die Kasse nimmt uns gar nicht erst auf.“ (mz)

Quelle: Mitteldeutsche Zeitung vom 16.09.2017

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