Am 19. & 20.05.2012 fanden sich die Mitglieder der IG-Meißner Widder zu ihrem jährlich stattfindenden Treffen in Bobenheim-Roxheim ein.

Zuchtfreund Manfred Hase und sein Verein stellten die idyllisch am Silbersee gelegene Anlage für das Treffen zur Verfügung.

Die für die Tierbesprechung mitgebrachten Meißner Widder fanden in der kühlen Vereinshalle eine Unterkunft und konnten sich so von den teilweise doch recht langen Anfahrten erholen.

Die auf der Zuchtanlage ansässige Gastronomie versorgte die angereisten Züchter, so dass alle gestärkt und erfrischt der für Samstag Nachmittag angesetzten Tierbesprechung lauschen konnten. 17 Mitglieder waren bereits Samstag nach Roxheim gekommen. Darunter nicht nur alte Hasen, sondern auch einige Neueinsteiger.

In diesem Jahr waren erfreulicherweise alle Farbenschläge Der Meißner Widder vertreten. Manfred Hase, selbst langjähriger Meißner Widder Züchter und Preisrichter beurteilte zunächst die vorgestellten Tiere. Im Anschluss gaben dann langjährige Züchter ihre Erfahrungen preis und es entstanden immer wieder rege Diskussionen und Erfahrungsaustausch.

Für die Zuchteinsteiger ( und natürlich auch alle anderen) gab es immer wieder die Möglichkeit, Fragen zu stellen und von dem Erfahrungsschatz der langjährigen Züchter zu profitieren.

Bert Lummerzheim, Susanne Zwonar und Janet Bernhard zeigten vier schwarze Meißner Widder. Während die Tiere der ersten beiden Züchter ansprechende Körperform und gute Größe besaßen, waren die beiden Tiere aus der Zucht von Janet Bernhard recht kleinwüchsig und leider auch recht eckig. Das beste Fell fand sich bei der Häsin von Bert Lummerzheim, welche eine gute Unterwolldichte besaß.

Auch in der Position Kopf und Behang konnte seine Häsin gut abschneiden, lediglich der etwas nach hinten getragene Behang sorgte für Kritik. Die drei anderen Tiere hatten hier leider etwas größere Schwächen, durch die  kurzen Behänge schwebten diese teilweise. Die gleichmäßigste Silberung zeigte die Häsin von Susanne Zwonar. Durch das kurze Fell der Häsin kam diese besonders gut zur Geltung und war von Kopf bis Blume, sowie an den Vorderläufen gleichmäßig zu finden. Auch die Intensität konnte gefallen. In Sachen Intensität zeigten die vorgestellten Tiere eine große Bandbreite.

Zwei havannafarbige Meißner Widder konnten nicht unterschiedlicher sein. Eine Häsin von 2011 entsprach leider in keiner Position den Wünschen der Anwesenden: Eckig, abstehende Beckenknochen, dünnes langes Fell , grobe Silberung und eine zudem völlig verwaschener Havannaton der von der Unterfarbe kaum zu unterscheiden war. Hier gibt es schon eindeutig bessere Vertreter in diesem Farbenschlag.

Eine weitere Häsin, allerdings ein Jungtier von Februar 2012, zeigte da schon eher gewünschte Zuchtziele, So besaß das Tier bereits eine schön abgerundete Hinterpartie und einen bereits gut getragenen Behang . Wenngleich Silberung und Fellqualität noch nicht beurteilt werden konnten, so war aber im Gegensatz zu Tier eins schon von weitem erkennbar, dass es dem Farbeschlag havanna angehört.

Zwei blaue Meißner Widder kamen nun von Bert Lummerzheim an die Reihe. Während der erste Rammler deutlich über 5kg Gewicht kam, war Tier zwei an der unteren Gewichtsgrenze. Beide Tiere besaßen einen guten Behang und ansprechende Köpfe. Die Silberung könnte durchaus stärker und gleichmäßiger sein. Beide Tiere besaßen eine passable Felllänge und Dichte.

Von der Grundfarbe gehörten diese beiden Rassevertreter zu der helleren Art. Auch beim graubraune Rammler von Franz und Björn Wisthaler war der Behang der Knackpunkt, wie bei vielen der vorher gezeigten Meißner der anderen Farbschläge. Auch bei diesem Tier fehlte es etwas an der Gleichmäßigkeit und Intensität der Silberung. Manfred Hase erläuterte an diesem Tier, wie man die Silberung bei einem Tier mit Wildfarbigkeitsfaktor beurteilt und ging auch auf die Besondertheit der vorhanden Zwischenfarbe bei diesem Farbenschlag ein.

Roberto Rauner brachte einen gelben Rammler von 2010 zur Besprechung mit. Der intensive Gelbton mit kaum Rußanflug stach ins Auge. Allerdings könnte die Silberung intensiver und gleichmäßiger ausfallen. Manfred Hase wies hier auch noch mal auf die Besonderheiten hin, die bei diesem Farbschlag zu beachten sind, wie zb. Binden an den Vorderläufen, vorgenannten Rußanflug etc..

Bei der abschließen Diskussion zu den gezeigten Tieren, ging es vor allem um die bei diesem Mal häufig gesehenen, schlecht getragenen Behänge. Hier schlägt wohl in vielen Zuchten das Erbe der Deutschen  Grosssilber zu. Die schmalen Köpfe mit wenig Rams und teilweise schwer auf Gewicht zu bekommne Tiere zeugen ebenfalls davon.

Hier gilt es, in Zukunft vermehrt darauf zu achten. Auch wenn der Meißner Widder keinen so ausgeprägten Kopf wie der Deutsche Widder haben soll, so darf der Rams auch nicht gänzlich fehlen.

IG-Sprecher Diethard Schwarze warnte vor weiterem Einkreuzen anderer Rassen und setzt hier statt dessen vor allem auf Selektion und Geduld.

Abschließend ist festzuhalten, dass es in allen Farbschlägen noch eine Menge Arbeit gibt, es aber immer schon Tiere in den Zuchten gibt, die sich durchaus sehen lassen können.
Mit gezieltem Austausch unter den Züchtern könnten sich hier die positiven Eigenschaften der Linien ergänzen. Auf der IG-Schau in St. Florian im Oktober 2012 werden die Züchter sicher genug Vergleichsmöglichkeiten haben und entsprechende Tiere erwerben oder tauschen können.

Im Anschluss an die Tierbesprechung schloss sich der gemütliche Abend an. Hier wurde noch bis in den späten Abend gefachsimpelt.

Sonntag Morgen trafen sich dann die Züchter zum eigentlichen IG-Treffen. Hier fanden sich 19Züchter ein.

Hauptthema war zunächst die IG Schau im Oktober 2012. Die ausrichtenden österreichischen Züchter Karin und Franz Luger , sowie Stefan Reifetshammer informierten über ihre Ausstellungsbestimmungen. Den Wunsch, dass auch Jungtierbewertungen zugelassen werden, entsprachen sie umgehend. Sogar den Bewertungsmodus erfragten sie flugs per Telefon bei ihrem Preisrichter in Österreich.

Die IG-Schau wird zudem zusammen mit einer Schau für bedrohte Haustierrassen ausgerichtet und findet vom 03. bis 07.10.2012 statt. Für Züchter und Interessierte (nicht nur am Meißner Widder ) wird St. Florian eine Reise wert sein.

Ein weiterer Diskussionspunkt war der Ort für die zukünftigen Treffen. Hier kam im Vorfeld einige Kritik , dass die Anfahrt nach Bobenheim für einige doch sehr lang wäre. Hier sollen bis zur IG Schau mehrere Alternativen ausgearbeitet werden, über die dann in St. Florian abgestimmt werden kann.

Bewerber für die IG-Schau 2014 werden ebenfalls noch gesucht. Nach dem sehr südlich gelegen St. Florian wäre ein nordischer Bewerber natürlich sehr gern gesehen. Rund 200 Meißner Widder werden üblicherweise auf der IG-Schau erwartet.

Diethard Schwarze lobte die Statistikarbeit von Manfred Doll. Dieser hat wieder alle Mitglieder der IG mit den Fragebögen versorgt, leider wird die Resonanz hier jährlich weniger. Nur rund zwei Drittel der Züchter schickten ihre Daten wieder zurück und dass, obwohl gerade in den letzten zwei Jahren viele Neuzugänge beider IG zu verzeichnen waren. Hier ist ein wenig mehr Pflichtbewusstsein wünschenswert, damit die Statistik auch in Zukunft aussagekräftig sein kann !

Gegen Mittag machte sich allgemeine Aufbruchstimmung breit, vor allem die weitangereisten zog es nach Hause, so dass das Treffen gegen 13 Uhr sein Ende fand.

Yvonne Ostroga

Wir danken Yvonne Ostroga für diesen Bericht und die Bilder.
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