Die anwesenden IG Mitglieder in St. Florian

Meißner Widder schnuppern österreichische Luft

Vom 03. bis 07. Oktober 2012 lud des Organisationsteam des Kleintierzuchtvereins E22 St. Florian/ Inn die Mitglieder der IG Meißner Widder zur 5. Internationalen Meißner Widder Schau ein.

In einem Vorort der Barockstadt Schärding nahe der Grenze zu Passau stand für die Schau das frisch ausgebaute Vereinsheim nebst Schauhalle zur Verfügung.

Im Vorfeld waren für die deutschen Züchter zunächst ein paar Hürden bezüglich der geforderten Veterinäratteste zu nehmen. In einigen Landkreisen ging hier leider der Amtsschimmel durch und schreckte den einen oder anderen Züchter von einer Meldung seiner Tiere ab. Je nach zuständigem Veterinäramt war der benötigte Stempel mal nur ein Schreibtischjob und mal an eine komplette Bestandsbesichtigung gekoppelt, ebenso unterschiedlich dann auch die Kosten dafür.

So lag das Meldeergebnis von 135 Meißner Widdern dann deutlich unter den Zahlen der letzten IG-Schauen. Erfreulich jedoch, dass alle Farbenschläge ausgestellt wurden.

Bei der Einlieferung der Tiere am Mittwoch, den 03.10.2012 wurden die Züchter tatkräftig unterstützt. Bei jedem Tier wurde zunächst die Identität überprüft und anschließend das Vereins-Täto mit der Käfignummer überschrieben, erst anschließend das Tier in den Käfig gesetzt. So sollte gewährleistet werden, dass keine Rückschlüsse auf den Züchter des Tieres während der Bewertung möglich sind.

Bewertet wurden die Tiere nach dem Europastandard, so dass Kollektionen zu melden waren.

23 Kollektionen Alttiere , sowie 7 Jungtierkollektionen und 8 Einzeltiere waren von den beiden Preisrichtern am Donnerstag zu bewerten.
Als Preisrichter verpflichtet wurden: Rainer Retschitzegger (Bundesspartenleiter und Mitglied der Europäischen Standardkommission) und Wolfgang Steglegger (Ehrenmitglied des RÖK, Bundeszuchtwart und Präsidiumsmitglied der österr. Preisrichtervereinigung).

Während die Preisrichter am Donnerstag ihres Amtes walteten , genossen die anwesenden Züchter das tolle Wetter und besuchten die zahlreichen Sehenswürdigkeiten rund um St. Florian/ Inn.

So konnte der Baumkronenweg in Kopfing besucht werden. Für Freitag Abend hatte der Organisator Franz Luger eine Nachwächterführung durch die Barockstadt Schärding im Angebot.

Auf eigene Faust waren Passau , Engelhartszell oder die Donauschlinge bei Schlögen nur einige der Möglichkeiten, die hier zu erkunden waren.

So wurde die Spannung auf die Ergebnisse etwas gemildert, doch gegen Nachmittag trafen die ersten Züchter schon voller Erwartung an der Schauhalle ein, um einen Blick auf die Bewertungskarten zu erhaschen. Auch am Ruhetag, dem Freitag, war man am Vereinsheim immer willkommen und wurde schon bestens mit Torten und Getränken versorgt.

Auch während der Schau ließen die Damen des E22 in Sachen Verpflegung es an nichts mangeln.

Samstag erfolgte dann die offizielle Eröffnung der Schau , zu der zahlreiche Ehrengäste geladen waren. Bereits mit Kassenöffnung kamen viele österreichische Besucher zur Schau.
Besonders hervorzuheben war hierbei, das Züchter aus ganz Österreich die Schau besuchten.

Neben den Meißner Widdern waren in der angeschlossenen Sonderschau österreichische und seltene Haustierrassen zu bestaunen. So konnte man von der Lippegans, über die Cröllwitzer Pute , Zwerg-Sulmtalern und Alsteirer-Hühnern auch noch diverse österreichische Taubenrassen, wie zum Beispiel Altwiener Hochflugtauben oder Wiener Gansl bewundern. Insgesamt standen  hier 72 Tauben aller 14 österreichischen Taubenrassen in verschiedenen Farbenschlägen und  83 Geflügel in 17 vom Aussterben bedrohten Rassen zur Schau.

Am Samstag Nachmittag fanden sich alle IG Mitglieder und Interessierten zur Tierbesprechung zusammen. Hier wurden zunächst die Bewertungen der einzelnen Farbenschlägen analysiert. Nach wie vor liegen die schwarzen Meißner in Qualität vorne, weil hier einfach die meisten Zuchten vorhanden sind.
Auch in St. Florian hatten die Schwarzen die Nase vorn und stellten mit 13 Alttier-, 5 Jungtierkollektionen, sowie 8 Einzeltieren das größte Kontingent. 10 Züchter stellten hier ihre Tiere aus.
Hier war die Qualität der Kollektionen recht gleichmäßig, kein einziges nb war zu finden und die niedrigste Bewertung lag bei 94 Punkten.
Die Gleichmäßigkeit der Silberung muss teilweise noch etwas genauer beachtet werden, bei einigen ansonsten sehr schön gesilberten Tieren fiel auf, dass Vorderläufe und Blumenoberseite meist aus dem Rahmen fielen und wesentlich weniger Silberung zeigten. Durchsetzte Ohrränder waren ebenfalls häufiger zu sehen.

Zwei 97er fanden sich in den Reihen, welche alsdann zu den Siegertieren gekürt wurden. Lokalmatadorin Karin Luger stellte hierbei die Siegerhäsin, Michael Reitmayer ( Kirchdorf) den Sieger-Rammler seiner Rasse. Karin Luger stellte auch die beiden besten Kollektion zur Schau und errang hierfür mit 386,0 Punkten den IG-Rassemeistertitel, sowie den 1. IG-Vizemeistertitel mit 385,0 Punkten. Damit errang sie mit 771,0 Punkten auch die beste Gesamtleistung der Schau, bei der die besten 8 Tiere eines Züchters zählten. Auf Platz zwei rangierte bei dieser Wertung ihr Vereinskollege Stefan Reifetshammer ebenfalls mit zwei Kollektionen schwarzer Tiere und 767,5 Punkte.
Zweite IG-Vizemeisterin mit 384,5 Punkten bei den Meißner Widder schwarz wurde Susanne Zwonar aus Bielefeld (W221 Stukenbrock).

1,0 MW schwarz Rassesieger 97 Pkt. von Michael Reithmayer

Leider wurden  nur 2 Kollektionen des blauen Farbenschlags ausgestellt.
Hier bemängelten die Preisrichter vor allem die etwas eckigen Körperformen. Es gab leider ein NB in der Kollektion von Hannes Schilcher ( Ebbs).
Glaudia Gerst ( Obersontheim) errang mit ihren Tieren 380,5 Punkte und konnte sich über einen IG-Vizemeistertitel freuen.  (Auf Grund der geringen Tierzahlen zusammengelegt aus den Farbenschlägen blau, gelb und graubraun.)

Die havannafarbigen Meißner brachten es immerhin auf 4 Kollektionen von vier Züchtern.
Hier lagen Detlef Donath ( D29 Berlin) und Yvonne Ostroga mit ihren Kollektionen punktgleich (382,0), auf Grund der besseren Körperformen ging der Titel IG-Rassemeister hier dann an Yvonne Ostroga ( W147 Hörstmar). Frank Volkmann ( ebenfalls W147) stellte die Siegerhäsin mit 96,0 Punkten.
Bei diesem Farbenschlag ist insgesamt noch einige Arbeit in die Gleichmäßigkeit der Silberung zu stecken, zudem sind Behang und Tragweise dessen noch zu verbessern. Auch hier waren einige der gezeigten Tiere noch eckig in den Hinterpartien.

0,1 MW havanna Rassesiegerin 96Pvon Frank Volkmann

Der gelbe Farbenschlag wurde von 3 Züchtern mit 4 Kollektionen präsentiert, davon 3 mal als Jungtier-Kollektionen. Hier streute die Silberung ebenfalls noch stark. Positiv fiel auf, dass grauer Anflug und die dunkle Begrannung zurückgegangen sind.

 

1,0 Meißner Widder gelb 96 P aus der Rassesieger-Kollektion von Detlef Donath

3 Kollektionen graubraune Meißner Widder stellten Frank Volkmann und Björn Wisthaler aus. Das beste Tier, eine Häsin von Frank Volkmann, brachte es hier auf 96,5 Punkte (zusammengelegt aus den Alttierkollektionen der Farbenschläge blau, gelb und graubraun ). Allerdings hagelte es  bei den graubraunen 3 nb, einmal wegen gänzlich fehlender Silberung und des weiteren wegen Abzeichen an den Vorderläufen, sodass keine der beiden Alttier-Kollektionen zum Ziel kam. Insgesamt war dieser Farbenschlag damit der unausgeglichenste:  und die Bewertungen hatte hier ein große Spanne.

Ebenso wurde der IG-Rassemeister für die Farbenschläge blau, gelb und graubraun zusammen vergeben, hier errang Detlef Donath mit 383,5 Punkten den Titel auf seine Kollektion der Meißner Widder gelb. Er kam zudem mit 765,5 Punkten auf den dritten Platz bei der Gesamtwertung eines Züchters über die besten 8 Tiere.

0,1 MW graubraun Rassesiegerin 96,5P von Frank Volkmann

Bei den schwarzen Jungtierkollektionen wurde Michael Reithmayer mit 57 Punkten Jungtiermeister. Von Stefan Reifetshammer ( E22) stammte die beste Jungtierhäsin( Prädikat HV). Jungtiermeister bei den zusammengelegten Farbenschlägen gelb und graubraun wurde Björn Wisthaler mit seinen graubraunen Meißnern und 42 Punkten. In dieser Kollektion befand sich auch der beste Jungrammler ( Prädikat sgE).

Insgesamt bleibt zu betonen, dass die Züchter der Farbenschläge blau, havanna, gelb und graubraun noch dringend weitere Züchter benötigen, um die Farbenschläge nicht nur zu erhalten, sondern auch voran bringen zu können.
Bleibt zu hoffen, dass bei einigen der den zahlreichen  Besuchern der Schau der Funke für die Meißner Widder übersprang und diese mit der Zucht dieser seltenen Rasse beginnen möchten!
Einige Tiere wurde unter den Züchtern ausgetauscht und das ein oder andere auch von neuen Züchtern erworben.

Bester Jungrammler graubraun von Björn Wisthaler

Am Sonntag waren zur Siegerehrung wieder zahlreiche Ehrengäste anwesend. Das Engagement , eine Schau nur für seltene und alte österreichische Haustierrassen auszurichten, fand unter ihnen großes Lob.

Jeder Aussteller erhielt einen aus Gips gegossenen Meißner Widder zur Erinnerung, sowie eine Erinnerungsmedaille.
Ganz besondere Ehrenpreise erhielten diesmal die Rassemeister: je einen überlebensgroßen aus Holz geschnitzten Meißner Widder, die Franz Luger in Eigenarbeit angefertigt hatte.
Auch Ehrenfried Strasen, der mit 758km die weiteste Anreise auf sich genommen hat, erhielt ein solche Exemplar.

Beste Junghäsin schwarz von Stefan Reifetshammer

Karin Luger spendete ihren an die Ausrichter der nächsten IG Schau.
Diese findet, wie auf dem Züchterabend abgestimmt wurde, vom 03.-05.10.2014 in Lemgo Hörstmar statt und wird vom Verein W147 Hörstmar e.V. in Verbindung mit der Lokalschau des Vereins durchgeführt. Wir hoffen hier wieder auf eine zahlreichere Beteiligung und dürfen dort neben den altbewährten hoffentlich auch ein paar neue engagierten Züchtern unter den Ausstellern begrüßen!

Yvonne Ostroga

Wir danken Yvonne Ostroga für diesen Bericht und die Bilder.

© Liegt für diesen Bericht und Bildern liegt bei der Autorin bzw. der AG der Widderzüchter

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