Nun schon zum dritten Mal trafen sich die Züchter der Meißner Widder am 18. und 19. Oktober 2008 zur allgemeinen Schau ihrer Rasse mit internationaler Beteiligung. Ausstellungsort war diesmal das mittelfränkische Wintersdorf - Weinzierlein unweit von Fürth. Dort fand die Schau zusammen mit der Clubschau des Widder- Clubs Bayern, Sektion Mittelfranken, statt und wurde von diesem und dem Kleintierzuchtverein B 476 Wintersdorf - Weinzierlein in der vereinseigenen Ausstellungshalle unter der Schirmherrschaft von Thomas Zwingel, 1. Bürgermeister der Stadt Zirndorf, ausgerichtet.

Ganz hervorragende Arbeit hat hierbei die Ausstellungsleitung, also das Team unter Leitung von Herbert Behringer und Konrad Büchler, geleistet. Der organisatorische Ablauf funktionierte perfekt, die Versorgung der Tiere war vorbildlich, und jeder, egal ob Aussteller oder Besucher, fühlte sich hier willkommen.

 

 
0,1 Meißner Widder, schwarz, 97,5 Pkt.-Sieger auf der 3. allgemeinen Meißner-Widder-Schau 2008 in Wintersdorf-Weinzierlein, von Manfred Frahling, Emstetten.

Die im Jahr 2001 gegründete Interessengemeinschaft der Meißner Widderzüchter hat mehr als 150 Mitglieder, die sich über Deutschland, Österreich, Tschechien, Belgien, die Niederlande, Großbritannien und Luxemburg verteilen. Es kann ohne Zweifel festgestellt werden, dass diese alte, seltene Rasse seit Gründung der IG einen bis dato einzigartigen Aufschwung erlebt hat. Die allgemeine Meißner-Widder-Schau als optimale Vergleichsmöglichkeit für alle Züchter findet im zweijährigen Rhythmus jeweils zwischen den Bundesschauen statt.

Mit 203 gemeldeten Tieren, 162 in der Alt- und 41 in der Jungtierklasse, war die diesjährige Beschickung durchaus zufriedenstellend, wenngleich die Ergebnisse von Coswig 2004 und Alzenau 2006 nicht ganz erreicht werden konnten.

Über den Zuchtstand der einzelnen Farbenschläge konnte Manfred Frahling, Sprecher der IG, wert volle Hinweise geben.

Die Schwarzen

Am stärksten vertreten waren wie schon in der Vergangenheit die Schwarzen. Sie weisen nicht nur konstant die größte Züchterschar, sondern nach wie vor die höchste Qualität auf. So zeigten die 119 Tiere von 15 Züchtern, die sich auf 26 Zuchtgruppen und 15 Einzeltiere verteilten, eine breitere Leistungsdichte als je zuvor. Leichte Wünsche  gab es bezüglich der Silberung, die an den Ohrenrändern einiger Tiere noch recht flockig war.

Aufgrund des hohen Zuchtstandes fielen beide Siegertiere in die Reihen der Schwarzen. Den Siegerrammler zeigte Annliese Karl aus Österreich mit 97 Punkten, die Siegerhäsin kam von IG-Sprecher Manfred Frahling. Sie erreichte mit 97,5 Punkten das beste Ergebnis der Schau.

Rassemeister bei den Schwarzen wurde mit 385,5 Punkten Diethard Schwarze, F 580, punktgleich mit Manfred Frahling, W 100. Dritter wurde Bert Lummerzheim, RN 56 (384,5 Pkt.), vierter Albert Zwicknagl, B 784 (382 Pkt.), und fünfter Johannes Ahner, B 493 (381,5 Pkt.).

Bei den Jungtieren stellte Bert Lummerzheim den besten Rammler (8/7 Pkt.), die beste Häsin kam von Adolf Sulzer, B 476 (8/7 Pkt.), der auch die beste Zuchtgruppe der Jungtiere mit 32/21 Punkten präsentierte.

Die Blauen

Leider in diesem Jahr nur neun Blaue von zwei Züchtern, die zwei Zuchtgruppen und ein Einzeltier stellten. Hier hat die krankheitsbedingte Zuchtaufgabe des Spitzenzüchters Alfred Hunold, Korschenbroich, ihre Spuren hinterlassen. Die Mehrzahl der Tiere war jedoch sehr ansprechend. Der beste Rammler mit 96,5 Punkten kam  von Heinz Gerstner, B 500, der mit 379,5 Punkten auch Rassemeister wurde. Die beste Häsin konnte Peter Lietz, W 105, mit ebenfalls 96,5 Punkten zeigen.

1,0 Meißner Widder, blau, 96,5 Punkte – bester 1,0 - – auf der 3. allgemeinen Meißner-Widder-Schau 2008 in Wintersdorf-Weinzierlein, von Heinz Gerstner, Thalmässing.

1,0 Meißner Widder, havannafarbig, 96,5 Punkte – bester 1,0 – auf der 3. allgemeinen Meißner-Widder-Schau 2008 in Wintersdorf-Weinzierlein, von Hermann Quast, Borntin.

Die Aussteller der 3. allgemeinen Meißner Widder-Schau 2008 in Wintersdorf-Weinzierlein zusammen mit den Ausstellungsleitern Herbert Behringer (7. v. l.) und Konrad Büchler (r.).

Fotos: Six

Erfolgreiche Züchter der 3. allgemeinen Meißner Widder-Schau 2008: Albert Zwicknagl, Bert Lummerzheim, Manfred Frahling, Peter Lietz, Martin Siegel, Gerhard Wallnau-Toepfer, Diethard Schwarze.

Die Havannafarbigen

Eine deutliche Verbesserung sowohl quantitativ als auch qualitativ war bei den Havannafarbigen erkennbar, die mit neun Zuchtgruppen, also 36 Tieren, von sechs Züchtern erschienen waren. Zu verbessern ist hier weiterhin die Fellqualität. Noch ist das Fell mancher Tiere zu lang. Sehr positiv zu vermerken war, dass sich Köpfe und Behänge auf einem sehr hohen Qualitätslevel bewegten. Farblich konnten die Tiere noch etwas gleichmäßiger sein, so waren teils noch dunkle Läufe und Köpfe zu beobachten.

Der beste Rammler kam aus der Zucht von Hermann Quast, M 31 (96,5 Pkt.), die beste Häsin von Albert Zwicknagl (96,5 Pkt.). Rassemeister wurde Albert Zwicknagl mit 383 Punkten vor Heinrich Evers, F 372 (379 Pkt.).

Bei den Jungtieren konnte Heinz Gerstner sowohl den besten  Rammler (8/7 Pkt.) als auch die beste Häsin (8/5 Pkt.) sowie die  beste Zuchtgruppe (32/19 Pkt.) vorweisen. Besonders erfreulich ist neben der positiven Tendenz, dass auch die Nachfrage nach diesem Farbenschlag weiterhin groß ist.

Die Gelben

Wie bei den Havannafarbigen, ist auch bei den Gelben eine quantitative Zunahme feststellbar, wovon die 36 Tiere aus sieben Zuchten, verteilt auf sieben Zuchtgruppen und acht Einzeltiere, zeugten. Und die Nachfrage steigt weiter!

Qualitativ war die Kollektion zwar noch etwas unausgewogen, doch konnte bereits eine leichte Verbesserung in der Gleichmäßigkeit von Farbe und Silberung attestiert werden. Sobald sich hier die Population weiter gefestigt hat, wird sicher auch bei diesem Farbenschlag die Qualität zunehmend gleichmäßiger.

Den besten Rammler mit 95,5 Punkten und die beste Häsin mit 96 Punkten stellte Heinrich Evers, F 372, der damit auch Rassemeister wurde und für seine Zuchtgruppe 381 Punkte erhielt. Zweiter wurde  Gerhard Wallnau-Toepfer, F 108, (377,5 Pkt.).

Bei den Jungtieren kam der beste Rammler von Thorsten Riekmann, F 327 (8/6 Pkt.), die beste Häsin von Gerhard Wallnau-Toepfer (8/7 Pkt.), der auch die beste Zuchtgruppe mit 32/20 Punkten vorstellte.

Die Graubraunen

Das Sorgenkind der Rasse sind nach wie vor die Graubraunen. Mit nur drei Tieren war gegenüber Alzenau 2006 lediglich Stagnation festzustellen. Auch könnte die Nachfrage deutlich besser sein. Eigentlich verwunderlich, denn der Farbenschlag ist sowohl attraktiv als auch züchterisch interessant.

Eine so geringe Tierzahl lässt natürlich keine umfassenden Aussagen über den Zuchtstand zu. Das primäre Manko der gezeigten Tiere war die Silberung, die noch gleichmäßiger gewünscht wurde. Doch gab es auch einen Lichtblick in Form der Althäsin von Martin Siegel, C 54, die völlig zu Recht 96 Punkte erhielt und sich als bestes überjähriges Tier präsentierte.

Beste Gesamtleistung

Die beste Gesamtleistung auf acht Tiere aus allen Farbenschlägen und Zuchtgruppen erzielte Diethard Schwarze mit 770,5 Punkten (Farbenschlag Schwarz), gefolgt von Albert Zwicknagl (767,5 Punkte, Schwarz und Havannafarbig), Bert Lummerzheim (765 Punkte, Schwarz) und Frank Volkmann (757,5 Punkte, Schwarz und Havannafarbig).

Ehrungen

Während des Züchterabends am Samstag wurden einige Züchter ausgezeichnet, die sich mit ihrem Engagement und ihren Erfolgen ganz besonders um die Zucht der Meißner Widder verdient gemacht haben. Dies waren Adolf Sulzer aus Veitsbrunn, Ernst Dinsenbacher aus Alzenau, Alfred Hunold aus Korschenbroich und Manfred Frahling aus Emsdetten.

Die nächste Meißner-Widder- Schau findet Anfang Oktober 2010 in Quedlinburg statt. Hoffen wir, dass die Entwicklung der Rasse weiter so aufwärts geht wie in den letzten Jahren!

Armin Six

0,1 Meißner Widder, gelb, 96 Punkte – beste 0,1 – auf der 3. allgemeinen Meißner-Widder-Schau 2008 in Wintersdorf-Weinzierlein, von Heinrich Evers, Syke. 0,1 Meißner Widder, graubraun, 96 Punkte – beste 0,1 und bestes überjähriges Tier – auf der 3. allgemeinen Meißner-Widder-Schau 2008 in Wintersdorf-Weinzierlein, von Martin Siegel, March.
Quelle: Kaninchenzeitung 21/2008

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